|
Fortgeschrittene
Yoga-Übungen
Haupt-Lektionen
< vorherige
| nächste >
Lektion 10 (die erste dieser Reihe) - Warum diese
Erörterung?
Autor: Yogani
Sonntag, 16. November 2003
Jeder weiß, dass er etwas Besonderes ist, dass es etwas gibt, was über
diese Geburt, dieses Leben und den Tod hinausreicht. Das hallt irgendwo
tief in uns wieder. Unser ganzes Leben verbringen wir mit dem Versuch,
über das hinaus zu wachsen, was wir sind. Auf die eine oder andere Weise
wollen wir mehr sein. Manchmal stellen wir alles auf den Kopf, um das zu
erreichen. Manchmal machen wir Fortschritte. Zu oft jedoch treiben wir
in der Hoffnung dahin, jemand möge die Türe für uns öffnen. Würde das
nur irgendjemand tun, wir würden durch sie hindurch stürmen. Würden wir
das wirklich?
Dies ist der erste entscheidende Schritt: dass wir zu jenem 'etwas mehr'
in uns vordringen wollen. Wir müssen das wirklich wollen, es ersehnen,
sogar verzweifelt danach streben. Ich bin hier, weil ich viele Jahre
lang einer von diesen Strebenden war. Und ich weiß, dass es da noch
andere geben muss. Ich möchte einige Methoden bekannt machen, einige
Methoden, die es wirklich in sich haben
– Werkzeuge, wenn Du verstehst.
Sie sind hier, damit Du sie Dir einmal anschaust und sie ausprobierst. Was
dann daraus wird, liegt nur bei Dir.
Wir werden über Philosophie sprechen, aber nicht allzu viel.
Hauptsächlich geht es hier um Yoga-Übungen, wie sie funktionieren, was
sie bewirken und wie man sie ausübt. Auch wie sie zusammenspielen können
und sich gegenseitig auf magische Art und Weise zum Durchbruch
verhelfen. Das ist der Grund, warum Du hier den Ausdruck "ganzheitliche
Übung" des Öfteren zu hören bekommen wirst. Dies ist kein neues Konzept.
Die Yoga Sutren des Patanjali geben einen achtgliedrigen Pfad der Übung
vor. Die meisten Traditionen tendieren dazu, sich dem einen oder anderen
Teil davon intensiver zu widmen. Das ist mehr als natürlich. Wer will
schon viele verschiedene Dinge am Halse haben? Willst Du jedoch wirkliche
Fortschritte in diesem Leben machen, musst Du koordiniert und
zielgerichtet auf mehreren Bausstellen gleichzeitig arbeiten. Es ist
hier wie überall im Leben. Das spirituelle Leben macht da keine
Ausnahme.
Wir werden hier über viele nach Innen führende Wege sprechen – die Wege
zu Deinem Göttlichen Inneren, wie man sich wirklich den Zugang öffnet.
Bist Du dazu bereit? Sehnst Du Dich danach? Nicht jeder tut das. Doch
jeder wird sich früher oder später danach sehnen. In der Tat wird das
Feuer der göttlichen Sehnsucht schon mit ein wenig Übung angefacht.
Schon ein wenig Praxis öffnet das Tor weit genug, um das göttliche
Verlangen hervorquellen zu lassen. Dann fangen wir Feuer und sind
begierig nach mehr Übung und mehr kraftvollen Wegen hineinwärts. Es ist
eine Art von Abhängigkeit – eine Art göttlicher Sucht. Ich gestehe, ein
Abhängiger dieses spirituellen Übungsspieles zu sein. Es ist eine
ekstatische Spirale, die uns aus unseren begrenzten irdischen
Wahrnehmungen herauszieht. Alles wird anders aussehen, zuerst nur ein
wenig, doch dann immer mehr. Also, wenn Du nicht göttlich inspiriert,
göttlich abhängig werden willst, halte dich besser fern. Denn die besten
Mittel dazu findest Du hier. Wenn Du Dein Herz und Deinen Verstand
daraufhin ausrichtest, kannst Du es schaffen. Das meine ich ernst. Und
dann wird nichts mehr sein, wie es war. Du wirst nur noch lachen, wenn
Du siehst, wie es wirklich ist.
Diese Erörterung ist für weise Seelen, solche die bereit sind, das zu
tun, was nötig ist – und solange es nötig ist. Waren die Weisen früherer
Zeiten weniger entschlossen? – Bestimmt nicht. Wir wundern uns über ihre
bemerkenswerten Geschichten in den heiligen Schriften. Aber es ist heute noch genau
dasselbe: Du wirst aus Deinen Übungen das herausbekommen, was Du
investierst. Es war immer schon so.
Warum sich mit all dem abmühen? Ehrlich gesagt, es gibt nichts Höheres,
nichts Besseres als das. Das Vergnügen übersteigt alles Irdische –
wirklich! Der Kern der göttlichen Erfahrungen ist eine nicht endende,
alles überstrahlende Glückseligkeit und ein unerschütterlicher stiller
Friede. Das sieht nach einem Widerspruch aus, nicht wahr? So ist es
auch. Doch lass Dich nicht von meinen Worten überzeugen. Probiere einige
dieser Methoden aus und sieh selbst. All das wartet bereits in Dir.
Beginne mit ein paar Babyschritten und schon bald kannst Du Dich rasant
öffnen – vorausgesetzt Du bist bereit dazu und entscheidest Dich, jeden
Tag vorwärts zu kommen. Denke daran, es geht um die einzige Sache, die
wir mit uns nehmen können, wenn wir dieses Leben hier verlassen.
Einige der Übungen, die wir hier erörtern, beinhalten:
- Entwicklung von anhaltender innerer Stille durch Meditation.
- Öffnen der subtilen Nerven durch Pranayama (Atemkontrolle).
- Stimulieren göttlicher Energie mit Hilfe fortgeschrittener
körperlicher Stellungen und Handgriffe (Mudras, Bandhas).
- Kultivieren göttlicher Sehnsucht (Bhakti) und göttlichen Handelns.
- Kultivieren der sexuellen Energie zu einem neuen Zweck (Tantra).
- mit mächtigen Mitteln stille innere, sich auch nach außen
erstreckende Achtsamkeit entwickeln.
Einige dieser Übungen werden einem vertraut, andere wiederum als radikal
erscheinen. Zusammengeschlossen und aufeinander abgestimmt, ergeben sie
ein mächtiges System des Yoga. Diese Mittel sind zu nützlich, als dass
sie nur einigen wenigen vorbehalten sein dürfen. Sie gehören vielen.
Also gönne sie Dir. Wenn Du Dich nach dem Wissen zur Transformation des
menschlichen Wesens sehnst, bist Du es auch wert und hier an die
richtige Stelle gelangt.
Der Guru ist in Dir.
< vorherige
| nächste > |