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Lektion 109 – F&A – Bhakti, Meditation und innere Stille

Autor: Yogani
6. Februar 2004

    
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.

Frage: Ist es möglich, dass Kundalini sozusagen, weil mir kein besseres Wort dazu einfällt, mit Dir spricht? Ich geh mal zurück…nachdem ich die Bhakti-Lektion gelesen hatte, arbeitete ich mit der Methode des Umlenkens von Wünschen in Richtung Geist – das klappte manchmal nicht so gut. Andere Male fühlte ich, dass meine Schritte und Gedanken da waren, wo sie sein sollten. An einem Punkt bat ich Gott, mich durch die göttliche Kundalini Energie zu leiten, mich wissen zu lassen, was Geist und was nur das Ego ist, das sich als Geist ausgibt. Manchmal, wenn ich in einer spirituellen Weise arbeite, führt mich die Energie durch glückselige Gefühle und Ströme. Meine Frage lautet also, ob Kundalini mit ihrer Energie zu uns sprechen kann, oder ob das eine direkte Antwort von Gottes- oder Engelgedanken ist? Ist dies Bhakti? Gibt es irgendwelche Techniken, die wir nutzen können und die uns helfen alte Gewohnheiten und Wünsche zu reinigen und sie mit Bhakti umzulenken?

Antwort: Ja, Gott kann zu uns sprechen und tut dies die ganze Zeit. Das kann durch Kundalini oder jeden anderen Gottes-Kanal kommen, den wir wählen. Indem wir uns auf ein spirituelles Ideal festlegen und darauf fokussieren, können wir den Lärm in uns ausfiltern und eine ständige Führung erhalten. Im Laufe der Zeit werden wir mit der Führung eins, denn der Guru/Gott ist in uns und ist wir. Das ist nicht so sehr eine Sache des Verstandes. Gott spricht nicht zum Intellekt. Sei also vorsichtig mit den intellektuellen Spielchen, die wir mit uns selbst spielen können. Wir können mit unserem Intellekt im Nu Luftschlösser bauen. Er/Sie spricht zu uns in unserem Herzen in Form von Gefühlen und Intuitionen. Auf diese Weise sprechen wir auch mit Gott – mit unserem Herzen und unseren Gefühlen. Stehen wir mit unserem Ideal über unser Bhakti in einer gefühlstiefen Verbindung, wird uns das, was wir brauchen, automatisch vermittelt und wir wissen, was als nächstes zu tun ist. So ist das – ein sehr intimer Prozess, der als eine Einheit in unserem Inneren auftaucht, auf den inneren Ebenen der Gefühle.

Wir erfahren ein tiefes Gefühl des Wissens und der Sicherheit, bevor wir im Äußeren wissen, was es genau ist. Falls das bei Dir in dieser Art abläuft, kannst Du sicher sein, dass es eine göttliche Führung ist und nicht irgendein Trick, mit dem Dich Dein Verstand an der Nase herumführt.

Der beste Weg zur Kultivierung von Bhakti ist die Reinigung des Herzens und dies geschieht durch all die fortgeschrittenen Yoga Übungen, die wir bisher erörtert haben – aber vor allem durch die Meditation. Ein gereinigtes Herz ist ein glückselig stilles Herz. Meditation bringt in uns den „stillen Zeugen“ hervor. Das ist die tiefe Bewusstheit aus dem Herzen, die es uns erlaubt, darüber zu entscheiden wohin sich unsere Emotionen wenden. Bevor wir den Zeugen kannten, wurden wir von unseren Gedanken und Emotionen in alle Richtungen gezogen, weil wir uns mit ihnen als unser Selbst identifiziert hatten. Mit dem stillen Zeugen erfahren wir unser Selbst als über all das hinausreichend. Dadurch werden Gedanken und Emotionen zu Objekten, die wir lenken können, bevor sie sich im Äußeren manifestieren. Wir können an einem aktuellen „innerlichen Problem“, das durch unsere Gedanken und Emotionen entstanden ist, zerren und können verhindern, dass diese Probleme sich entfalten und nach außen treten, wenn auch alles, was in unserm Inneren herumfliegt, nach außen schießt. Kurz gesagt können wir, wenn wir von der Ebene des stillen Zeugen aus arbeiten, die Gewohnheit entwickeln, tief in unserem Verstand verankerte Gedanken und Gefühle umzulenken, bevor sie an die Oberfläche treten. Das wurde bereits in der ersten Lektion zu Bhakti, Lektion 67, erwähnt.

Bei diesem inneren Bhakti-Prozess geht es mehr um Gefühle als um das Denken. Tief in unserem Inneren existiert eine dünne Linie zwischen dem Fühlen und dem Denken. Die Grenzlinie liegt dort, wo der Verstand und das Herz aufeinander treffen und das ist der Ort der Stille. Diesen glückseligen Ausgleich zwischen Herz und Verstand herzustellen, ist die Bestimmung des Yoga: wir trainieren uns ein Leben in Einheit mit Gott an. Meditation und die anderen fortgeschrittenen Yoga Übungen sind dazu da, dies zu kultivieren.

Es stehen noch einige Übungen aus (Mantra-Erweiterung, Samyama und physische Techniken), die unsere schweigende Gegenwart im Herzen ausweiten und diese werden unseren Zeugen (reines Glückseligkeitsbewusstsein) und Bhakti viel stärker machen.

Falls Du schon jetzt mehr tun willst, begünstige eine Haltung der Dienstfertigkeit in Dir und sei darauf bedacht, dem Gefühle bzw. Emotionen als Opfer darzubringen. Alle Gefühle können auf diese Art umgeleitet werden, Es ist ein Pfad der Unterwerfung und es ist etwas, das wir jederzeit und überall ausführen können. Das tut dem Herzen sehr gut. Doch lass Dich dadurch auch nicht zu weit davontragen. Wir wollen das nicht auf Kosten der sitzenden Übungen betreiben. Die beste Form von Bhakti ist diejenige, die uns jeden Tag zum Üben bringt.

Der Guru ist in Dir.
 

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