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Lektion 119 – F&A – Einige andere Herangehensweisen an
Mulabandha.
Autor: Yogani
15. Februar 2004
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am
Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in
Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat"
eingeführt.
Frage: Ich habe ebenfalls noch einige Schwierigkeiten mit
Mulabhanda. Es ist sehr schwer, die Muskeln angespannt zu halten. Wenn ich
die Muskeln nicht stark anspanne, bin ich mir nicht sicher, ob sie das
sind. Gibt es da irgendwelche unterstützende Übungen, die ich machen kann?
Wenn ich es einfach nicht mache – ich kann nicht sehen, wie ich jemals zu
dem Stadium weiterkommen kann, wo ich dazu in der Lage bin. Ich muss mich
wirklich sehr anstrengen, damit ich das während dem Pranayama halten kann
und ich weiß nicht, ob das gut ist.
Antwort: Vielleicht ist es etwas einfacher, wenn Du das sanfte
Anspannen zusammen mit der aufsteigenden Einatmung bei der
Wirbelsäulenatmung machst und bei der absteigenden Ausatmung wieder
entspannst. Dann ist der Atem der Auslösereiz für das Anspannen. Das nennt
man in Wirklichkeit Asvini Mudra – das abwechselnde Anspannen und
Entspannen des Anusschließmuskels. Funktioniert es nicht damit, dann
versuche es während der Atmung durch die Wirbelsäule mit einem kurzen
Anspannen unten und einem kurzen Anspannen oben, hier ist wieder der Atem
der Auslösereiz. Diese letzte Herangehensweise ist vielleicht die
einfachste, weil man nur kurz anspannt und dann ist man fertig damit.
Sobald das gut klappt, mach vielleicht zwei oben und zwei unten bei jedem
Zyklus und geh dann weiter zum Anspannen beim Aufsteigen und Entspannen
beim absteigen. Später kannst Du dazu übergehen spontaner zu werden, wie
bei der ursprünglichen Anleitung vorgesehen. Was Du noch tun könntest,
sind Anspannübungen mit zehn oder mehr Wiederholungen ein paar Mal am Tag.
Dies dient vor allem der Entwicklung von Koordination und Vertrautheit.
Dann wird dies zur zweiten Natur. Der Anusschließmuskel ist ein Teil eines
Organs spiritueller Ekstase. Beim Yoga finden wir diese überall im Körper,
manchmal an Orten, wo wir sie am wenigsten vermuten würden.
Das Ziel bei Mulabandha oder Asvini sind spontane und ganz feine
Bewegungen, während die ekstatische Energie sich ganz natürlich in uns
bewegt. Zu dem entwickelt es sich allmählich mit dem Aufkommen unserer
inneren ekstatischen Leitfähigkeit auf natürliche Weise. All die anderen
Bandhas und Mudras nehmen dann in simultaner Koordination daran Teil, so
dass dies zu einem einzigen spontanen Ganzkörper-Mudra wird, das ganz
subtil überall in uns am Werke ist. Sind wir in diesem Stadium angelangt,
haben wir unsere neue natürliche spirituelle Biologie gefunden. – Ein
einziges Nach-oben-Gleiten der Augen und wir befinden uns überall im
Inneren in ekstatischer Glückseligkeit. Unser Nervensystem ist dauerhaft
auf eine höhere Ebene des Funktionierens gehoben.
Es gibt nicht einen einzigen Weg zur Erweckung von Mulabandha/Asvini, also
auch keine exakte Anleitung. Experimentiere und sieh, was für Dich das
Beste ist. Es soll sich gut anfühlen. Du findest vielleicht einen Weg, den
ich nicht erwähnt habe, der aber für Dich gut funktioniert und Dich nicht
übermäßig von anderen Übungen ablenkt. Natürlich, wenn Du Siddhasana mit
irgendeiner dieser Mulabandha/Asvini Kombinationen zusammenbringst, ist es
wahrscheinlich, dass es für kurze Zeit zu Ablenkung kommt. Das gehört
dazu. Es ist eine Übergangsphase, die mit Entzücken angefüllt ist und es
wird die ganze Zeit noch entzückender. Schließlich beruhigt es sich zu
einem unendlichen göttlichen Lächeln, das von Innen herausstrahlt.
Der Guru ist in Dir.
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