|
Fortgeschrittene
Yoga-Übungen
Haupt-Lektionen
< vorherige
|
nächste >
Lektion 12 - Der wichtigste Bestandteil – Wunsch
Autor: Yogani
Sonntag, 16. November 2003
Es ist allgemein bekannt: Wollen wir, in welchem Bereich auch immer,
erfolgreich sein, müssen wir ununterbrochen danach verlangen und bereit
sein, täglich an der Erfüllung unseres Wunsches zu arbeiten. Denke an
die erfolgreichsten Menschen, die dir bekannt sind. Ist es nicht das,
was sie gemein haben? Wenn wir ihre Lebensläufe betrachten, sehen wir,
dass sie lange und hart dafür gearbeitet haben, solche außergewöhnlichen
Fähigkeiten auf ihren Gebieten zu erlangen. Dahinter stand stets das
unersättliche Verlangen, in ihren Bemühungen erfolgreich zu sein. Dieses
Verlangen trieb sie stets an, Hindernisse zu überwinden und für Jahre an
der Verfolgung ihrer Ziele zu arbeiten. In Yoga und Religion ist es
dasselbe, hier arbeitet man aber der göttlichen Vereinigung entgegen.
Jesus sagte: "Gesegnet sind die, die hungern und dürsten nach der
Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden." (Matt. 5,10) Ebenso sagte
er, "Suche und du wirst finden. Klopfe an und es wird dir geöffnet
werden." (Luk. 11,9)
Das ist die Zauberformel –richte deinen Wunsch auf ein Ziel und das wird
die Handlungen hervorbringen, die dieses Ziel erreichbar machen.
Andauernde Sehnsucht ist der Treibstoff, das tägliche Tun das Feuer. Das
Wort „andauernd" ist ebenso wichtig wie das Wort „Ziel". Ohne diese
beiden wirksamen Faktoren zerstreut sich der Wunsch, die Handlungen sind
nicht zielgerichtet und es passiert nicht viel. Mit ihnen ist alles
erreichbar.
Wenn wir unsere Sehnsucht in der Art kultivieren, dass sie
ununterbrochen auf ein bestimmtes Ziel, wie eben die göttliche
Vereinigung, ausgerichtet ist, bringen wir dadurch eine besondere Form
der Sehnsucht hervor. Man nennt sie „Hingabe". Hingabe ist das stetige
Fließen von Wunsch auf einen Gegenstand oder ein Ziel hin. Wir wissen
alle, was unter dem Begriff „Hingabe" zu verstehen ist. Wenn wir die
Leistungen eines Erfolgsmenschen zu beschreiben versuchen, sagen
wir:„Oh, sie gibt sich so sehr ihrer Arbeit hin." Oder, wenn es um einen
großen Mystiker geht:" Oh, er ist Gott so hingegeben." Es ist kein
Zufall, dass Hingabe und Größe gemeinsam anzutreffen sind. Das erste
führt unweigerlich zum anderen. Das andere kann nicht ohne das erste
stattfinden.
Wie auch immer deine Vorstellung von Erleuchtung aussehen mag, welcher
Tradition oder welchem Glaubensbekenntnis du auch immer dich zugehörig
fühlst, was auch immer dich auf deinem Weg Richtung spiritueller
Entfaltung inspiriert, kultiviere das. Das ist der Motor, der die Praxis
antreibt. Es ist das, was uns befähigt, die tägliche spirituelle Praxis
so lange aufrecht zu erhalten, wie es nötig ist. Wenn wir üben, wächst
unsere spirituelle Erfahrung und daraus erwächst Hingabe. Ein Mehr an
Hingabe intensiviert unsere Entschlossenheit zu üben, entschlossenere
Übung
führt zu mehr göttlicher Erfahrung, was wiederum die Hingabe wachsen
lässt. Auf diese Weise geht es vorwärts: Hingabe motiviert zu Praxis …
das führt zu göttlicher Erfahrung… was wiederum die Hingabe befördert…
und so weiter. Eine mit allen möglichen Mitteln ständig am Siedepunkt
gehaltene Hingabe ist der beste Freund des spirituellen Aspiranten. Es
ist nicht immer ein leichtes Leben, wenn man unentwegt von spirituellem
„Hunger und Durst" verzehrt wird, aber es stellt uns auf die königliche
Straße Richtung Erleuchtung. Intensive Hingabe an die Transformation
unserer Leben mit Hilfe fortgeschrittener Yogapraktiken stellt sicher,
dass getan wird, was getan werden muss.
Wenn wir schon dabei sind über das zu sprechen, was getan werden muss,
dann sollten wir gleich über den nächsten Schritt reden – die
Entwicklung der Gewohnheit die unendliche, stille Mächtigkeit in uns in
täglicher Wiederholung zu kultivieren. Lass uns also über Meditation
sprechen.
Der Guru ist in dir.
< vorherige
|
nächste > |