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Lektion 14 – Meditation F&A – Es geschieht nicht viel
Autor: Yogani
Dienstag, 18. November 2003
Frage: Danke für die
Meditationsanleitungen. Doch scheinen sie bei mir nicht wirklich zu
greifen. Ich wiederhole das Mantra und es geschieht eigentlich nichts.
Ständig schweife ich zu alltäglichen Gedanken ab, und komme zurück,
sobald ich das bemerke, wie du gesagt hast, immer wieder und wieder –
zwanzig Minuten lang. Es ist ganz schön langweilig. Bin ich ganz
einfach nicht geeignet dafür?
Antwort: Unsere
Nervensysteme sind so verdrahtet, dass wir glückselige Stille erfahren
können. Man kann sogar sagen, wir sind genau für diese Erfahrung
geschaffen worden. Kein Mensch ist da eine Ausnahme. Allerdings gibt
es in jedem Nervensysteme Hindernisse, die herausgelöst und
ausgewaschen werden müssen. In vielen Leben angesammelte Unreinheiten
verhindern, dass unser natürlicher Zustand sich in dieser Welt
manifestiert und verhindern, dass wir innerlich sehen. Die Übungen des
Yoga dienen dazu, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Yoga ist
ein Reinigungsprozess. Durch die Reinigung wird die Vereinigung
zwischen innerer und äußerer Natur herbeigeführt. Wir wissen, dass
dieser Prozess während der Meditation auch abläuft, wenn wir das
Mantra verlieren und wir uns kurz darauf, mit anderen Gedanken
befasst, wieder finden. Während des Vorgangs der Meditation sind diese
anderen Gedanken Symptome dafür, dass sich etwas gelöst hat. Bemerken
wir das, gehen wir wieder zurück zu unserem Mantra und fahren wie
gehabt fort. Es ist wichtig, locker mit dem Mantra umzugehen, sich
nicht auf eine klare geistige Aussprache zu versteifen und auch nicht
auf eine unklare, keine Abhängigkeit von irgendetwas, einfach
ungezwungen dabei sein. Wenn wir diese Gewohnheit der Leichtigkeit
entwickeln, wird sich der Verstand auf natürliche Weise in seine
Stille niederlassen. Wir fördern somit einen natürlichen Prozess
unseres Verstandes.
Bis jetzt waren all unsere bewussten Gedanken nach außen gerichtet.
Sie sollten sich in unserm Verstand und in der Welt manifestieren. Das
Mantra I AM (AYÄM) benutzen wir, um nach Innen zu gehen und zu
de-manifestieren'; wir lassen uns von ihm zur Quelle unserer Gedanken
führen, zur Quelle unseres Seins, zum reinen Bewusstsein, zu
unbegrenzter Achtsamkeit. Aber das wird nicht immer in so wunderbaren
Begriffen erfahren. Oft verliert man einfach das Mantra, genießt
unerklärliche, freudige Momente ohne Mantra und ohne Gedanken, wird
sich dann wieder Gedanken bewusst und kehrt zum Mantra zurück. Der
Reinigungsprozess geht somit weiter. Das ist perfekte Meditation. Das
ist die Gewohnheit, die wir jeden Tag in unserer Meditation pflegen
wollen, denn sie wird uns zum Unendlichen führen. Erfahrungen werden
da sein, wenn der Reinigungsprozess nur immer weiter fortschreitet.
Doch Erfahrungen oder deren Abwesenheit sind kein Gradmesser für die
Richtigkeit des Meditationsprozesses. Der Vorgang ist sehr
eigentümlich, so können wir an einem Tag Erfahrungen haben, an anderen
nicht. Verstehst du?
In gewisser Weise gleicht das einer Schatzsuche. Bei geschicktem
Graben schaffen wir die Erde auf eine solche Art zur Seite, dass wir
dorthin gelangen, wo die Schatztruhe auf uns wartet. Das Graben an
sich hat keine Ähnlichkeit mit einer Truhe voller Gold. Nichts desto
trotz ist es genau das Graben, was uns zum Gold führt. Doch das
Schöne an der Meditation ist, dass wir während des Grabens immer
wieder einen Blick auf das Gold erhaschen können und das dann auch
während unserer geregelten täglichen Aktivitäten öfters geschieht,
wenn wir nicht Graben. Diese Erfahrungen mit dem Gold nehmen langsam
zu, wenn wir täglich meditieren. Dann, eines Tages, erkennen wir, dass
wir selbst dieses Gold sind. Lange haben wir uns darum bemüht und
alles ist anders geworden. Vom ersten Tag an sehen wir die Welt in
einem verschiedenen Licht, denn durch den inneren Reinigungsprozess
werden wir zu dem, was der Welt zugrunde liegt. Von Anfang an schon
waren wir das. Durch Yoga reinigen wir die Fenster unseres
Nervensystems und entwickeln eine klare Wahrnehmung, dass dies die
Wahrheit ist. Das ist es, was wir sind. Das Geheimnis des Lebens wird
enthüllt. Wir sind das, was hinter allem liegt. Wir sind unendliche
Glückseligkeit.
Halte daher durch. Entfache jeden Tag aufs Neue das Feuer des
Verlangens, die Wahrheit in dir zu erkennen. Das wird dich am Ball
halten. Unterwegs wirst du aus deinem Inneren positives Feedback
erhalten. Bleibe dabei, zweimal täglich diese Meditationsübung für
zwanzig Minuten durchzuführen. In dem Grade wie deine Erfahrungen
tiefer gehen, wirst du nicht mehr aufhören wollen, deine natürliche
Begabung nach Innen gehen zu können, weiter zu kultivieren, da es dein
eigenes Selbst ist, das du dabei freilegst. Und das wird dann ein
Selbstläufer werden.
Mit der Zeit werden wir weitere fortgeschrittene Yogaübungen
hinzufügen, welche die Kraft der Meditation außerordentlich steigern.
Wenn ein strapazierfähiger Gartenschlauch nicht mehr in der Lage ist,
den ganzen Schmutz zu beseitigen, besteht noch die Möglichkeit ihn
einfach an eine Hochdruckanlage anzuschließen.
Der Guru ist in Dir.
Anmerkung: Detaillierte
Anweisungen finden sich in dem
Buch "Tiefe Meditation" aus dem FYÜ-Verlag.
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