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Lektion 149 – Die Acht Glieder des Yoga und Samyama –
Schmelzen der Finsternis
Autor: Yogani
25. März 2004
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am
Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in
Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat"
eingeführt.
Es ist nun Zeit zu Samyama weiterzugehen. Dies beinhaltet ein Hinausgehen
mit unserer Aufmerksamkeit in reines Glückseligkeitsbewusstsein und führt
als Nebeneffekt zu so genannten yogischen Kräften. Bevor wir Samyama
erörtern, wollen wir jedoch über den achtgliedrigen Pfad der Yoga-Sutren
Patanjalis reden, was wir bisher noch nicht gemacht haben. Samyama ist
eine kombinierte Anwendung der drei letzten dieser acht Glieder und ist
auch mit den anderen fünf Gliedern verwoben. Es ist jetzt also ein guter
Zeitpunkt auf diese einzugehen. Wie Du weißt, ist alles im Yoga
miteinander verknüpft. Alles ist über das menschliche Nervensystem
miteinander verbunden. In der Tat ist der gesamte Yoga ein Erzeugnis des
menschlichen Nervensystems – nicht anders herum, wie wir manchmal geneigt
sind zu glauben.
Die Menschen brauchten eine Weile, bis sie glaubten, dass die Erde rund
und nicht flach ist und dass die Sonne das Zentrum des Sonnensystems ist
und nicht die Erde. Einige Beweise waren nötig. Dann glaubte das fast
jeder und schnell bemühte man sich, alle möglichen Vorteile aus dem neuen
Wissen, dem neuen Paradigma, zu ziehen
Jetzt ist es für uns an der Zeit, uns mit der Tatsache abzufinden, dass
das menschliche Nervensystem das Zentrum aller spirituellen Erfahrungen
und aller göttlichen Glückseligkeit ist. Das ist Dein Nervensystem, genau
das, in dem Du im Augenblick steckst. Je schneller wir uns an den Gedanken
gewöhnen, dass jeder von uns ein direktes Tor zum Göttlichen ist, desto
besser ist es für jeden. Wie bei der Annahme von jedem Wissen, sind auch
einige Beweise nötig. In diesem Fall liegt der Beweis in Dir. Öffne hier
und dort ein paar Tore, indem Du einige effektive Yoga Übungen ausführst
und Du wirst erkennen, was Du bist. Dann wird das Rennen um die Öffnung
von all dem gestartet. Ein neues Paradigma ist geboren!
Du weißt, dies ist wirklich nichts Neues. Unsere alten Vorfahren wussten
über all diese Dinge Bescheid. Vieles davon wurde niedergeschrieben. Doch
waren die Mittel der Kommunikation unzureichend und die Menschen lebten so
sehr in Aberglauben verstrickt. Heute ist das etwas anderes. Wir können
jede Information finden, die wir haben wollen. Es öffnen sich für uns so
viele Türen des Wissens. Die alte Weisheit wird neu entdeckt. Das
menschliche Nervensystem hat sich die ganze Zeit hinweg nicht verändert.
Es hat geduldig gewartet – wie eine Schatztruhe, die sich danach sehnt,
geöffnet zu werden. Es ist Zeit dafür.
Patanjalis Buch der Yoga-Sutren ist eines der größten Weisheitsbücher
aller Zeiten. Es sagt uns nicht nur, was wir sind, sondern auch, wie die
Türen des Nervensystems geöffnet werden können. Es steckt die Beziehungen
zwischen den natürlichen Prinzipien der Öffnung ab, die in uns existieren.
Dies geschieht mittels der berühmten acht Glieder des Yoga.
Seitdem wir mit den Lektionen der FortgeschrittenenYogaÜbungen begonnen
haben, haben wir uns durch die acht Glieder des Yoga hindurch bewegt. Wir
sind nicht der Reihe nach vorgegangen und manche würden das wohl als etwas
unkonventionell bezeichnen. Wir haben uns auf eine effektive und sinnvolle
Weise hindurch bewegt; deshalb brauchen wir uns nicht zu entschuldigen.
Wir werden uns darüber noch weiter unterhalten, doch zunächst wollen wir
die acht Glieder rekapitulieren:
1. Yama – bedeutet „Zügelung“ und schließt Ahimsa
(Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen),
Brahmacharya (Bewahrung der Sexualenergie und deren Kultivierung) und
Aparighraha (Begierdelosigkeit) ein.
2. Niyama – bedeutet „Beachtung“ und schließt Saucha (Reinheit und
Reinlichkeit), Samtosa (Zufriedenheit), Tapas
(Hitze/Konzentration/Strenge), Svadhyaya (Studium der heiligen Schriften
und des Selbstes) Isvara Pranidhana (Kapitulation vor dem Göttlichen) ein.
3. Asana – bedeutet „Stellung“ und schließt all die Asanas, die wir
kennen und lieben gelernt haben, ein. In den Lektionen werden Asanas als
Vorbereitung auf Pranayama und Meditation genutzt. Verschiedene Asanas
regen das Aufsteigen der Kundalini an.
4. Pranayama – bedeutet „Zügelung der Lebenskraft/des Atems“, und
schließt die Pranayama-Methoden, die wir erörtert haben, und einige, die
wir noch erörtern müssen, ein. Pranayama kultiviert den Boden des
Nervensystems und bereitet es für tiefe Meditation und göttliche
Erfahrungen vor. Besondere Formen von Pranayama lassen die Kundalini
aufsteigen.
5. Pratyahara – bedeutet „das Nach-innen-Kehren der Sinne“. In den
Lektionen ist Pratyahara sowohl Wirkung als auch Ursache und tritt auf,
wenn Kundalini aufsteigt und ekstatische Erfahrungen unsere Aufmerksamkeit
nach innen ziehen. Dann lernen wir durch Pratyahara unsere sinnlichen
Erfahrungen als ein Kontinuum kennen, das die ganze Bandbreite von
Erscheinungen von den ersten inneren Schwingungen reinen
Glückseligkeitsbewusstseins (OM) den ganzen Weg in die physische Welt
hinein umfasst.
6. Dharana – bedeutet „Konzentration der fokussierten
Aufmerksamkeit“ und ist die erste Stufe beim führen des Verstandes durch
Meditation nach innen. In den Lektionen halten wir die Aufmerksamkeit
nicht für lange Zeit auf irgendetwas gerichtet. Wir bringen unsere
Aufmerksamkeit nur locker und leicht zu einem Objekt (Mantra) und lassen
sie dann gehen, wohin sie will. Das führt die Aufmerksamkeit fast
unmittelbar über die anfängliche Wahrnehmung des Objektes hinaus und das
ist genau das, was wir wollen. Der Verstand führt uns nach innen, sobald
wir ihm die Gelegenheit dazu geben.
7. Dhyana – bedeutet „Meditation“ und ist das Nach-innen-Fließen
der Aufmerksamkeit. Es kann auch als Ausdehnung der Aufmerksamkeit über
ein beliebiges Objekt hinaus verstanden werden. In den Lektionen wird das
Mantra als Vehikel dafür benutzt. Wir kommen locker und leicht zum Mantra
und dann ändert sich das Mantra und verschwindet. Unsere Aufmerksamkeit
weitet sich aus und gelangt zu ihrem natürlichen anhaftungslosen Zustand –
zur Stille.
8. Samadhi – bedeutet „Absorbierung/Transzendenz“ und ist das, was
wir in der täglichen Meditation erfahren. Im Laufe der Zeit weitet es sich
aus und wird schließlich unser natürlicher Seinszustand im täglichen
Handeln. Es ist reines Glückseligkeitsbewusstsein, der innere stille
Zeuge. Samadhi in seinen verschiedenen Stufen der Entfaltung ist die
Erfahrung unseres unsterblichen, universellen Selbstes. Das ist, was wir
sind.
Du hast vielleicht bemerkt, dass nach Yama und Niyama, die (mit Ausnahme
von Brahmacharya) weitgehend entsprechend der klassischen Definition
vorgestellt wurden, dem ganzen Rest der Glieder ein Drall beigegeben
wurde, der dem Weg zuneigt, wie in den Lektionen das Wissen zu den
fortgeschrittenen Yoga Übungen vermittelt wird. Das ist normal. In der Tat
hat jede Lehrtradition des Yoga ihren eigenen Weg, wie sie die acht
Glieder des Yoga präsentiert.
Die acht Glieder des Yoga sind so logisch und einfach zu verstehen, dass
praktisch jeder Yoga-Lehrer beteuert, er unterrichte sie. Das entspricht
auch mehr oder weniger der Wahrheit, weil die acht Glieder alles abdecken,
was man im Yoga machen kann. In diesem Sinne repräsentieren sie eine
vollständige Straßenkarte, einen Bauplan und eine spirituelle Checkliste
der verschiedenen Wege, wie man das menschliche Nervensystem zu göttlichen
Erfahrungen aufschließt.
Aufgefasst als ein umfassendes System, hat man sich auf die acht Glieder
des Yoga als „Ashtanga Yoga“ und „Raja (königlicher) Yoga“ bezogen. Was
liegt jedoch in Namen? Auch die FortgeschrittenenYogaÜbungen sind die acht
Glieder des Yoga. Auch auf meinen Ansatz zur menschlichen spirituellen
Transformation – in Teilen oder insgesamt – und auf alles, was wir in den
großen Weltreligionen finden, trifft dies zu. Wenn irgendetwas mit der
menschlichen spirituellen Transformation zu tun hat, wird man es irgendwo
in den acht Gliedern des Yoga wieder finden. Das ist die Schönheit der
acht Glieder des Yoga. Betrachtest Du irgendeine spirituelle Lehre oder
eine religiöse Tradition und nimmst die acht Glieder als Maßstab, wirst Du
gleich erkennen, was da ist und was nicht. Die mehr erleuchteten
Traditionen werden mehr und die weniger erleuchteten werden weniger der
Glieder abdecken.
Traditioneller Weise nahm man die acht Glieder der Reihenfolge nach vor.
Der Sinn dahinter liegt darin, dass die Menschen zuerst lernen müssen,
sich richtig zu verhalten, sich durch strenge Verhaltensregeln vorbereiten
müssen, bevor sie damit beginnen können, direktere spirituelle Übungen
anzuwenden. Sobald sie wissen, wie sie sich richtig zu verhalten haben,
können sie mit dem Körper (Asanas) beginnen und sich später durch den Atem
(Pranayama) hineinarbeiten, um schließlich reif für Konzentration
(Dharana), Meditation (Dhyana) und reines Glückseligkeitsbewusstsein
(Samadhi) zu sein. Mit einem traditionellen Ansatz wie diesem, kann das
ein hartes Stück Arbeit bedeuten, besonders wenn ein (lebender) Guru seine
Schüler auf jedem Schritt des Weges zu den höchsten Leistungsstandards
anhält. Auch Patanjali hatte diese Abfolge von Übungen im Sinne, als er
seine Yoga-Sutren schrieb.
Aber dieser Teil davon (dass man durch die acht Glieder über einen langen
Zeitraum hinweg in der Reihenfolge durchgeht) funktioniert nicht sehr gut.
Das ist in der Yoga-Gemeinde weithin anerkannt und Patanjali muss dies
auch gewusst haben. Vielleicht war es zu seiner Zeit nicht so einfach, die
Menschen mit fortgeschrittenen Yoga-Techniken wie tiefe Meditation und
Wirbelsäulenatmung, die wir heutzutage einsetzen, auf Touren zu bringen
Über die Jahre hinweg sind verschiedene Lehrer direkt zu verschiedenen
stellen der acht Glieder gesprungen. Einige beginnen mit Asanas und andere
mit Pranayama. Einige konzentrieren sich zunächst auf Hingabe und springen
dann zur Meditation oder etwas anderem. Einige springen gleich zur
Meditation und arbeiten sich dann durch die Glieder zurück. Wie Du weißt,
gehören diese Lektionen zum letzteren Ansatz. Wir beginnen mit der tiefen
Meditation und stürzen uns dann auf Pranayama, physische Techniken und so
weiter und halten die Rolle von Bhakti/Verlangen auf dem ganzen Weg gut im
Auge.
Eine Sache bemerkt jeder, der sich mit Yoga beschäftigt: Die Glieder des
Yoga stehen miteinander in Verbindung, d.h. wenn wir mit einem Glied
beginnen, werden die anderen dadurch ebenfalls berührt und auf dem Weg der
Reinigung und Öffnung werden wir schließlich in all die Glieder gezogen.
Menschen, die neu zu meditieren beginnen, werden üblicherweise
unersättliche Leser spiritueller Bücher (Svadhyaya), neigen zu einer
reineren Diät (Saucha) und nehmen das Wohlergehen anderer (Ahimsa) mit
mehr Sensibilität wahr. In der Tat ist der beste Weg Fortschritte in Yama
und Niyama zu machen, schnurstracks mit tiefer Meditation in Samadhi zu
gehen. Dann entwickelt sich harmonisches Verhalten auf natürliche Weise
aus dem Inneren heraus, anstatt dass man von Außen dazu gezwungen werden
muss. Diese Dinge deuten auf das In-Verbindung-stehen des Yoga hin. Das
taucht auf allen Übungsniveaus auf. Manchmal wird es „Gnade“ genannt, weil
spirituelle Segnungen aus dem Nichts zu kommen scheinen. In Wahrheit
werden solche Segnungen mittels der in unserem Nervensystem aufsteigenden
spirituellen Leitfähigkeit durch uns gesandt, weil wir etwas Bestimmtes
auf dem achtgliedrigen Yoga-Baum geleistet haben. Sogar der ernsthafte
Gedanke: „Gibt es nicht noch mehr als das?“ ist eine kraftvolle
Yoga-Übung, man findet sie im Niyama Glied – es ist die Kapitulation,
Bhakti. Wie Du aus den Lektionen weißt, wird diese Leitfähigkeit im
Nervensystem „ekstatisch“, sobald Kundalini anfängt, sich zu bewegen.
Geschieht dies, beginnen wir wirklich durch die Glieder des Yoga verknüpft
zu werden – hier, dort und überall.
Betreiben wir bereits früh auf koordinierte Weise effektive Übungen, die
verschiedene Glieder einbeziehen, wird sich unser Nervensystem sehr
schnell reinigen und öffnen. Dies ist ein wichtiges Prinzip, dem in der
Kernstrategie dieser Lektionen durch die Nutzung eines integralen Systems
von Übungen mit der Möglichkeit sich durch so viele Glieder wie möglich zu
arbeiten, Rechnung getragen wird.
Samyama ist ein Absprungspunkt aus den acht Gliedern. Es unterscheidet
sich etwas von jedem einzelnen Glied, das für die Reinigung und Öffnung
des Nervensystems genutzt werden kann. In Patanjalis Yoga Sutren ist ihm
ein ganzes Kapitel gewidmet, das mit „supernormale Kräfte“ betitelt ist.
Samyama ist definiert als die zielgerichtete Nutzung einer Kombination aus
den letzten drei Gliedern des Yoga. Indem wir die fokussierte
Aufmerksamkeit (Dharana), Meditation (Dhyana) und tiefe innere Stille
(Samadhi) mit einem Objekt oder Objekten auf eine besondere Weise nutzen,
sind wir in der Lage, übernatürliche Kräfte, auch Siddhis genannt, zu
entwickeln. Patanjali erklärt uns, dass Samyama eine innigere Übungsform
ist und dass sie zum „Licht des Wissens“ führt. Er sagt uns außerdem, dass
wir vermeiden sollten, von den Erfahrungen abgelenkt zu werden, die sich
bei der Ausführung von Samyama einstellen. Wir haben uns damit bereits in
den Lektionen beschäftigt. Wir sehen Lichter oder haben einige ekstatische
Erfahrungen und müssen uns daran erinnern, locker und leicht zu den
Übungen zurückzukehren, die wir ausführen. Dies deshalb, weil Erfahrungen
unseren spirituellen Fortschritt nicht voranbringen. Nur die Übungen
selbst sind dazu in der Lage. Dasselbe trifft auch für Siddhis zu, wenn
sie sich manifestieren. Wie dies bereits vor langem in der
Lektion 76 erwähnt wurde, führen wir Samyama aus, um
unser reines Glückseligkeitsbewusstsein und Ekstase in unserem
Nervensystem und darüber hinaus auszudehnen.
Kommen wir mit der Erwartung zu Samyama, einige Kräfte für unseren
persönlichen Gebrauch zu erhalten, werden wir nicht viel bekommen. Dies
ist die Schönheit von Samyama. Sie ist eine Übung, die sich moralisch
selbst reguliert. Alles hängt vom Vorhandensein innerer Stille ab: keine
innere Stille, kein reines Glückseligkeitsbewusstsein – kein Samyama. Es
ist nicht möglich, diese Übung ohne zumindest etwas innere Stille im
Nervensystem durchzuführen. Haben wir etwas Samadhi, haben wir automatisch
auch etwas Yama und Niyama. Je mehr Samadhi wir haben, desto mehr Yama und
Niyama ist da und dann werden wir auch mehr Erfolg mit Samyama haben. Ist
sehr viel Samadhi (erste Stufe der Erleuchtung) vorhanden, ist auch sehr
viel Yama und Niyama und auch sehr viel Fortschritt in Samyama da. Die
Glieder des Yoga hängen auf diese Weise immer miteinander zusammen.
Samyama wirkt auf die tiefste Ebene des Bewusstseins in uns und lockt
dieses durch die Bereitung einer Reihe von Kanälen für die Durchlässigkeit
durch unser Nervensystem in die volle Manifestation. Mit Samyama bewegen
wir innere Stille. Wir bewegen das Unbewegliche, indem wir den Fels des
reinen Bewusstseins bewegen. In Wirklichkeit machen wir den Fels größer.
Wir dehnen ihn durch und über unser Nervensystem hinaus aus. Bei den
meisten Übungen arbeiten wir von außen nach innen. Bei Samyama gehen wir
die andere Richtung. Wir arbeiten von der Innenseite nach außen. Bei den
meisten Übungen beginnen wir mit unserem begrenzten Ego-Selbst und gehen
nach innen. Bei Samyama beginnen wir mit unserem universalen göttlichen
Selbst und kommen damit nach draußen. Dies ist der Unterschied zwischen
Samyama und den anderen Übungen.
Bewegt sich das Bewusstsein mit Samyama nach außen, erfahren wir mehr
Öffnung und all unsere Übungen bewegen sich auf eine höhere Ebene. Dies
ist der Vorteil aus der Integration von Übungen. Alles, was wir im Yoga
machen, hilft allem anderen, was wir im Yoga machen. Auf diese Weise
werden die Yoga-Übungen zu einer Spirale ekstatischer Glückseligkeit, die
sich höher und höher schraubt.
Wir fahren also mit den Übungen, die wir bisher gelernt haben, fort und
haben zusätzlich die Option, die Samyama-Übung hinzuzunehmen, die das
Nervensystem noch einmal auf eine andere Weise öffnet. Die
Vorraussetzungen für die Durchführung von Samyama sind nicht so zahlreich.
Es ist ein mentaler Vorgang und deshalb sind keine physischen Bedingungen
zu erfüllen – außer natürlich, wenn Du nolens volens durch die Luft zu
fliegen beginnst: für diesen Fall solltest Du natürlich die geeigneten
physischen Vorsichtsmaßnahmen treffen. :-)
Jeder, der einige Monate meditiert und die Erfahrung von etwas innerer
Stille macht, kann Samyama ausführen. Die Wirkungen sind dann direkt von
der Menge an innerer Stille im Nervensystem abhängig. Samyama dehnt unsere
innere Stille aus und bring Stabilität in sie hinein. Sie ist deshalb eine
exzellente Ergänzung zur Meditation. In der nächsten Lektion werden wir
die Einzelheiten der Samyama-Übung durchgehen.
Mit den acht Gliedern des Yoga und Samyama schmelzen wir Finsternis, wo
immer sie sein mag. Packen wir’s an!
Der Guru ist in Dir.
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