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Lektion 15 – Meditation F&A -- Ruhelosigkeit

Autor: Yogani
Mittwoch, 19. November 2003

 

Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.

Frage: Als ich begann zu meditieren, empfand ich für einige Tage angenehmen Frieden und Ruhe. Dann fing ich jedoch an in der Meditation ruheloser und tagsüber gereizt zu werden. Was ist da los?

Antwort: Obwohl die Reinigung des Nervensystems durch Meditation ein ziemlich einfacher Prozess zu sein scheint, ist es doch eine recht delikate Angelegenheit. Die Methode, die wir anwenden, ist einfach – mühelos wiederholen wir das Mantra … lassen das sich auf natürliche Weise verfeinern … wir verlieren das Mantra … später bemerken wir … dass es weg ist … dann kommen wir einfach wieder zurück zu ihm, ohne uns darum zu kümmern, ob wir es klar oder unklar halten… und so geht es weiter für zwanzig Minuten täglich. Aber lass dich nicht von dieser Einfachheit täuschen. Nimm das nicht auf die leichte Schulter. Es ist eine fortgeschrittene und kraftvolle Übung. Wir machen es hier möglich, uns der Hindernisse aus vielen Leben zu entledigen und tiefe innere Befreiung zu erreichen. Diese Hindernisse sind in Form von Anspannungen und Belastungen in unsere Nervensysteme eingebettet und hindern uns daran, die Wahrheit in und um uns zu erkennen. Wir wurden bereits mit einigen Einschränkungen geboren. Weitere haben wir noch in diesem Leben hinzugefügt. Von all dem werden wir während der Meditation Stück für Stück befreit. Es ist eine gewaltige Unternehmung, die aber tief greifende Ergebnisse bringt.

Gerät dieser Reinigungsprozess ein wenig aus der Balance, können einige Unannehmlichkeiten auftreten – Ruhelosigkeit, Gereiztheit, unangenehme körperliche Empfindungen, Herumgezappel, unwillkommene Gedanken. Lauter solche Sachen. Glücklicherweise gibt es Wege, den Meditationsprozess auszubalancieren, wenn solche Beschwerden auftreten. Das erste, was man tun sollte, ist, sich reichlich Zeit zu nehmen, aus der Meditation herauszukommen. Denke daran, dass sich während der Meditation ein innerer Reinigungsprozess abspielt. Du merkst vielleicht nicht, dass viel passiert. Aber wenn du von der Meditation aufspringst, ohne vorher etwas auszuruhen, kann es sein, dass du dich danach eine Zeit lang gereizt fühlst - vielleicht sogar den ganzen Tag lang. Suche die Ursachen dafür dann nicht bei deinen Lieben, deinen Freunden oder Mitarbeitern. Sieh es als das an, was es ist, nämlich eine Unausgewogenheit in deiner Übung. Nimm Dir jedes Mal zumindest einige Minuten Zeit, in denen du nach Ende der Meditation nichts tust (entspannt sein, ohne an das Mantra zu denken). Das erlaubt den Spannungen und Belastungen, die sich während der Meditation vom Nervensystem gelöst haben, sich auf sanfte Weise zu zerstreuen. Wenn du dann aufstehst, fühlst du dich leicht und erfrischt. Ist das nicht der Fall, hast du wahrscheinlich nicht lange genug nachgeruht. Ruhe also am Ende solange es nötig ist, um den Übergang von der Meditation zur Aktivität so geschmeidig wie möglich geschehen zu lassen. Vielleicht hast du sogar das Bedürfnis, dich zum Schluss der Meditation hinzulegen. Jeder ist verschieden. Finde heraus, was für dich am besten ist, um aus der Meditation herauszukommen.

Manche Leute sprechen sehr schnell auf Meditation an. Es geht ihnen leicht von der Hand. Das ist gut. Wenn du einer von denen bist, bist du gesegnet, aber du musst Acht geben und dich vorsichtig im Gleichgewicht halten, damit es dir auf Grund der starken inneren Reinigung nicht unbequem wird. Wenn es nicht genügt, dass du nach den zwanzig Minuten Meditation eine Weile ruhst oder dich hinlegst, kann es notwendig sein, die Meditation auf etwa fünfzehn Minuten zu kürzen. Wenn du dich nach wie vor unwohl fühlst, versuche es mit zehn Minuten. Finde dein Gleichgewicht. Und nimm dir immer deine Zeit, um herauszukommen.

Manchmal können körperliche Unannehmlichkeiten während der Meditation auftreten. Das ist für gewöhnlich ein Zeichen dafür, dass sich Störungen im Nervensystem auflösen. Wirkt sich das auf den einfachen Prozess der Meditation irritierend aus, dann höre mit dem Mantra auf und gestatte deiner Aufmerksamkeit, sich auf diese Beschwerden zu konzentrieren. Verweile ein wenig bei ihnen. Normalerweise löst dies die Beschwerden auf natürliche Weise. Ist das geschehen, gehe wieder zu deinem Mantra und mach weiter mit deiner Meditation bis die Zeit um ist. Rechne die Zeit, in der du mit deiner Aufmerksamkeit auf körperlichen Beschwerden weilst, zur Meditationszeit. Löst sich diese Empfindung trotzdem nicht auf, lege dich für eine Weile hin, bis sie verschwunden ist. Das ist eine gute Sache. Hier hast du es wohl mit einer größeren Blockierung zu tun. Lass sie einfach auf natürliche Weise gehen. Dieselbe Prozedur kannst du anwenden, wenn du von einem Bombardement überbordender Gedanken bedrängt wirst, die mit den körperlichen Erscheinungen einhergehen können oder auch nicht. Wenn es dir nicht leicht fällt, zum Mantra zurückzukehren, verweile einfach bei den Gedanken, bis sie von selbst wieder so weit verschwinden, dass du das Mantra erneut mit Leichtigkeit aufnehmen kannst. Denk daran, Meditation ist kein Kampf mit körperlichen oder mentalen Regungen, die in uns auftreten. Das sind alles Symptome von sich lösenden Blockaden tief in unserem Nervensystem. Wir lassen sie einfach alle ziehen. Unsere Aufgabe ist es, dem einfachen Vorgang des Mantrawiederholens zu folgen und den inneren Reinigungsprozess zuzulassen. Das ist kein Krieg auf der Ebene des
bewussten Verstandes. Auf diese Art könntest du da niemals gewinnen. Wir arbeiten von innen her, innerhalb und jenseits des Unterbewusstseins. Um das zu erreichen, müssen wir der natürlichen Begabung unseres Verstandes, uns nach innen zu geleiten, vertrauen. Also lerne das Mantra mühelos zu denken und lass es nach innen gehen.

Meditation ist das effektivste Mittel, tief im Inneren des Unterbewusstseins zu operieren und dieses auszuwaschen. Mit Meditation gehen wir mühelos über das Unterbewusstsein hinaus zum Fundament unseres Bewusstseins, der Quelle von allem, was wahr und entwicklungsmäßig ist. Es ist unser Bewusstsein, das die inneren Blockaden, wenn wir ihm durch die Meditation Gelegenheit dazu geben, entfernt. Mit der Zeit, wenn die Störungen entfernt werden, finden wir mehr und mehr stillen Frieden in unserem täglichen Leben. Dann dämmert die Erleuchtung, unser natürlicher Zustand. Also reinige die Fenster deines Nervensystems jeden Tag aufs Neue.

Der Guru ist in Dir.

 

Anmerkung: Detaillierte Anweisungen finden sich in dem Buch "Tiefe Meditation" aus dem FYÜ-Verlag.

 

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