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Lektion 17 – Meditation F&A – Habe ich geschlafen?
Autor: Yogani
Dienstag, 25. November 2003
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen,
am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die
Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation -
Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.
Frage: Ich denke, ich bin während der Meditation eingeschlafen,
obwohl ich nicht glaube, dass ich mein Bewusstsein verloren habe. Es
schien, als wäre ich wach gewesen, aber ich hatte keine Wahrnehmung
von Zeit oder von sonst irgendetwas. Dann bemerkte ich, dass mein Kopf
auf meine Brust gesunken war und sah auf die Uhr - dreißig Minuten
waren vergangen. Ich fühlte mich ganz schön angeschlagen, fühlte mich
wackelig und nicht danach gleich aufzustehen, also legte ich mich eine
Weile auf den Rücken. Danach war ich okay. Habe ich geschlafen?
Antwort: Keine Sinneswahrnehmung, kein Mantra, keine Gedanken
und trotzdem innerlich bewusst – hast du geschlafen? Wahrscheinlich
nicht. Meditation erzeugt manchmal einen Schlaf-ähnlichen Zustand, so
wie du ihn beschrieben hast, einzig die physiologischen Parameter sind
nicht dieselben. Der Stoffwechselprozess ist viel stärker als im
Schlaf herabgesetzt. Herzschlag und der Atem gehen viel langsamer als
im Schlaf, haben fast aufgehört. Körper und Verstand erreichen einen
Zustand völliger Stille, während man dennoch innerlich wach bleibt.
Die Erholung von Körper und Geist geht während der Meditation tiefer
als im Schlaf. Es ist eine andere Form der Erholung, eine, die
Verunreinigungen, d.h. Blockaden zum Bewusstsein, entfernt, welche der
Schlaf nicht erreichen kann. Meditation ist jedoch kein Ersatz für den
Schlaf, der wiederum seine eigenen Dynamiken im täglichen
Verjüngungskreislauf besitzt.
Menschen, die bereits seit Jahren meditieren, mögen aufgrund der
angesammelten Reinheit in ihren Nervensystemen weniger Schlaf
benötigen. Es ist allerdings nicht so, dass die Meditation den Schlaf
ersetzt. Vielmehr werden Körper und Verstand mit der Zeit und Schritt
für Schritt gereinigt und bedürfen deshalb weniger der Reinigung im
täglichen Schlafzyklus. Es ist dies die Reinigung, die aus
langjähriger Meditationspraxis und anderen fortgeschrittenen
Yogaübungen resultiert, wodurch sich der Schlafbedarf generell
vermindert. Mit der Zeit wird man dann sogar vierundzwanzig Stunden am
Tag bewusst sein können. Dann werden unser tägliches Tätigsein, das
Träumen und der Tiefschlaf wie Kinofilme auf dem Bildschirm unserer
stillen, glückseligen Bewusstheit spielen. In diesem Stadium schlafen
wir nie mehr. Das ist die Art von Freiheit und Glück, die wir alle auf
natürliche Weise in der Lage sind zu erlangen. Das ist unser
unveräußerliches Geburtsrecht.
Du hast recht daran getan, dich nach deiner Sitzung hinzulegen und mit
dem Aufstehen zu warten, bis du dich wieder klar und ausgeglichen
gefühlt hast. Das ist ein weiterer Fall, bei dem es angesagt ist, nach
der Meditation zusätzlich zu rasten. Eine Menge an Reinigung ging
während der Meditation vor sich. Viele verschiedene Erfahrungen können
dabei auftreten, angefangen vom Erhabenen bis hin zum Lächerlichen.
Das ist alles Teil des einen Prozesses, in dem wir locker das Mantra
denken und ihm gestatten, sich in uns einzuleben. Dann geschieht die
Reinigung. Wir lassen sie geschehen. Dann, wenn wir gewahr werden,
kehren wir wieder zum Mantra zurück und lassen den Verstand wieder
lenken. Dieser Vorgang wird, wenn er regelmäßig zweimal täglich für
zwanzig Minuten durchgeführt wird, allmählich dein Leben in
Glückseligkeit verwandeln.
Vergiss nicht, jede Erfahrung, die während der Abwesenheit des Mantras
eintritt, zu deiner Meditation zu zählen. Es ist okay, dass du dir
erst nach dreißig Minuten wieder der Zeit bewusst wurdest. Es war
etwas ganz Natürliches während deiner Meditation. Wann immer etwas
Derartiges geschieht, und du dadurch über deine geplante Zeit hinaus
sitzt, sorge dafür, dass du die entsprechende Zeit der Nachruhe für
dich findest. Wenn du deine Meditation ausgeglichen hältst, indem du
dir eine angemessene Zeit der Erholung danach gönnst, wirst du immer
mit dem Gefühl der Frische und bereit für Aktivitäten aufstehen.
Der Guru ist in Dir.
Anmerkung: Detaillierte
Anweisungen finden sich in dem
Buch "Tiefe Meditation" aus dem FYÜ-Verlag.
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