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Lektion 18 – Meditation F&A - Zeit finden
Autor: Yogani
Freitag, 28. November 2003
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen,
am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die
Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation -
Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.
Frage: Meditieren ist sehr entspannend und ich will damit
weitermachen. Allerdings ist es sehr schwierig für mich, zweimal am
Tag Zeit dafür zu finden. Ich reise viel, habe Frau und Kinder und
liebe es, die Zeit mit ihnen zu verbringen, wenn ich zu Hause bin. Für
Meditation hab ich nur wenig Zeit. Welchen Rat kannst du mir da geben?
Antwort: Wir, die wir Familie haben, Verantwortung tragen und
viel beschäftigt sind, ziehen einen Vorteil aus der Nutzung der
Meditation - vorausgesetzt, wir finden die Zeit dazu. Der
Grund dafür ist, dass die Entwicklung zur Erleuchtung von einer
maßvollen Wechselbeziehung zwischen Bewusstsein und weltlichem Leben
abhängt. Wie soll die wahre Natur der Welt erkannt werden können, wenn
wir nicht in ihr aktiv sind und die glückselige Stille, die wir in der
Meditation erfahren, in unseren täglichen Handlungen festigen?
Der Trick ist, dass wir uns die Zeit für unsere zwei täglichen
Meditationen selbst schaffen und dafür die damit einher gehenden
positiven Auswirkungen erhalten. Diese Aufgabe „Zeit zu schaffen" ist
ein Test für unseren Wunsch, ein Test, ob wir den in uns liegenden
Potentialen auch genügend hingegeben sind. Das ist eine Prüfung, der
wir uns alle täglich zu stellen haben – die Dinge zu tun, die wir tun
wollen, auch wenn das ein wenig Selbstdisziplin erfordert. Mal
ehrlich, es geht doch gar nicht um die Frage, wie viel oder wenig Zeit
uns zur Verfügung steht. Es geht doch darum, zu entscheiden, was für
uns wichtig ist und dann so zu handeln, wie es notwendig ist.
Niemand kann dir sagen, was für dich das Wichtigste ist. Nur du kannst
das wissen. Es liegt völlig in deiner Hand und ist einzig deine
Entscheidung. Aber du hast eine innere Stimme. Das kennst du doch,
oder? Irgendetwas in dir ruft dir zu, mehr zu erfahren, immer mehr.
Der Same möchte zu einem starken Baum mit wunderschönen, in alle
Richtungen hinausblühenden, duftenden Blumen heranwachsen. Er muss!
Wir werden alle von diesem evolutionären Strom in uns angetrieben. Was
immer anderes sich in unserem Leben abspielt, dieser Strom wird immer
da sein. Es geht da nicht nur um uns, sondern um alle, um die ganze
Menschheit. Wir verrichten einen großen Dienst an allen, wenn wir uns
entschließen, diesen Strom zu kultivieren, indem wir zuerst dem in uns
aufsteigenden Wunsch Raum geben, sich zu entfalten und dann in weiterer
Folge Übungen machen, die den Frieden und die Glückseligkeit auf
natürliche Weise aus unserem Inneren hervorbringen.
Wenn du dich einmal dazu entschlossen hast, regelmäßig zu meditieren,
dann geht es eigentlich nur noch darum, das praktisch umzusetzen. Wie
kann ich mir die Zeit dazu nehmen? Das ist eigentlich eine ziemlich
banale Angelegenheit. Wie finden wir die Zeit, uns die Zähne zu
putzen, zu baden, uns richtig zu ernähren, das Geschirr zu waschen,
unsere Rechnungen zu bezahlen und den Müll rauszutragen? Das sind
alles Dinge, die wir tun, weil wir wissen, dass sie getan werden
müssen. Wir tun sie, denn wir wissen, dass, wenn wir sie nicht tun,
unser Leben zu einem Durcheinander, zu einem Chaos wird und wir uns
mies fühlen würden. Wir könnten wohl eine Zeit lang ohne all diese
Verrichtungen zurechtkommen, aber schlussendlich würde uns das dann
doch einholen. Menschen, die über eine längere Zeit regelmäßig
meditieren, entwickeln eine ähnliche Einstellung zur Meditation. Sie
wissen, sie müssen sich darum kümmern, oder die gewünschten Ergebnisse
werden sich nicht einstellen und das Leben wird sich nicht so
entwickeln, wie es sich entwickeln könnte. Mit der Meditation wird es
für sie dasselbe, wie mit dem Zähneputzen, Duschen oder Müllentsorgen.
Sie machen also aus der Meditation einfach eine notwendige Gewohnheit.
Und die außerordentlichen Umstände, die immer wieder einmal auftreten
und es uns unmöglich machen, unsere normale Meditation durchzuführen?
Du sitzt um fünf Uhr nachmittags im Flugzeug und hast noch eine Stunde
Flugzeit, bevor du nach Hause kommst. – Kein Problem, meditiere im
Flugzeug. Was ist mit den Geräuschen, den Turbulenzen, was mit den
Schräglagen des Flugzeugs? – Auch kein Problem. In der Meditation
gehen wir mit all dem genauso um wie bereits mit den anderen, uns
geläufigeren Ablenkungen vom Mantra. Kehre ganz leicht und locker zum Mantra
zurück, wenn du bemerkst, dass du davon weggekommen bist, zu Gedanken,
Geräuschen, Bewegungen des Körpers oder der Umgebung, was auch
immer. Es ist nicht schwierig, in Flugzeugen, Eisenbahnen, Autos
(natürlich nicht als Fahrer!) oder Warteräumen zu meditieren, also
eigentlich überall dort, wo es für einige Zeit nicht notwendig ist mit
anderen zu interagieren. Natürlich ist es das Beste, an deinem
gewohnten Platz zu Hause zu meditieren. Doch wenn das zur üblichen
Zeit aus irgendeinem Grund nicht geht, nutze jede Gelegenheit, die
sich bietet.
Wenn es unmöglich ist, zur gewohnten Zeit zu meditieren, nimm dir vor,
die Meditation zu einer anderen Zeit dieses Tages, früher oder später,
zu halten. Mach es dir nicht zur Gewohnheit, unmittelbar vor dem
Schlafengehen zu meditieren, obwohl das besser ist, als gar nicht zu
meditieren. Es ist jedoch viel besser, nach der Meditation aktiv zu
werden. Der Reinigungsprozess und die Einbindung des Bewusstseins in
das Nervensystem werden am ehesten während dem Aktivsein umgesetzt,
nicht während des Schlafes. In der Tat kann dich die Meditation
unmittelbar vor dem Schlafengehen noch eine Weile wach halten.
Probiere es einige Zeit und sieh selbst, was geschieht.
Angenommen, du kommst von der Arbeit heim und erfährst, dass du
bereits eine halbe Stunde später zu einem Abendessen mit Freunden
wieder fortgehen musst. Jetzt wäre doch die Zeit für Meditation und
normalerweise würdest du dir mehr Zeit lassen, bevor du dich mit
deinen Freunden triffst. Doch in diesem Fall ist das nicht mehr
möglich. Was tun? Setz dich hin und meditiere für fünf, zehn oder
fünfzehn Minuten, gerade so viel, wie es dir in dieser Situation
möglich ist. Nimm dir diese Zeit und nütze sie dann so gut es geht,
genehmige dir noch die entsprechende Nachruhezeit und mach dich dann
pünktlich zu deiner Verabredung auf. Es gibt hunderte Möglichkeiten,
eine Meditation einzuschieben, wenn du nur willst. Mach dieses
Einschieben aber nicht zu einer täglichen Gewohnheit. Wenn du
vorausplanst, wirst du deine gewohnten Meditationen zu neunundneunzig
Prozent regulär ausführen können. Wenn sich dann etwas
Unvorhergesehenes ereignet, kannst du trotzdem einige Male in dein
reines Glücksbewusstsein eintauchen. Das hilft dir, deine
Meditationsgewohnheiten weiter zu kultivieren und verschafft dir eine
Welle von Frieden und Glückseligkeit. Jedes kleine Stück Meditation
ist ein großer Schritt vorwärts.
Dein Erfolg hängt von deinem Willen ab und davon, dass du jeden Tag
dein Bestes gibst, diesen Willen durchzusetzen. Wenn du das tust, wird
es mit Sicherheit dein gesamtes, auch dein aktives Leben bereichern.
Meditation ist eines der besten Dinge, die du für deine Familie tun
kannst. Auf lange Sicht wird ein unsichtbarer Zauber in ihrer aller
Leben wirken und die äußeren Resultate werden das deutlich zeigen.
Der Guru ist in Dir.
Anmerkung: Detaillierte
Anweisungen finden sich in dem
Buch "Tiefe Meditation" aus dem FYÜ-Verlag.
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