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Lektion 189 – F&A – Wo ist das dritte Auge?

Autor: Yogani
16. Mai 2004

    
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.

Frage: Du hast gesagt, dass sich das dritte Auge zwischen den Augenbrauen befindet, doch viele sagen, es sei das Gebiet der Zirbeldrüse und einige behaupten, das dritte Auge sei in Wirklichkeit die Medulla. Könntest Du das klarstellen?

Antwort: All das trifft zu – und noch mehr. Das dritte Auge ist der Wirbelsäulennerv (Sushumna), der von der Medulla Oblongata durch die generellen Gebiete der Zirbeldrüse und Hypophyse und vorne zwischen den Augenbrauen hinausgeht. Es ist mehr eine Funktionszone in und um den Wirbelsäulennerv als ein bestimmtes Organ. Man kann es sogar so betrachten, dass es sich noch unter die Medulla weiter den Wirbelsäulennerv hinunter erstreckt, weil es auch dort inneres Sehen gibt, doch damit dehnt man es natürlich ziemlich aus. Traditioneller Weise ist es ein Nach-außen-Sehen, wie das bei einem Auge der Fall ist, deshalb wird der äußere Punkt zwischen den Augenbrauen meist als das dritte Auge bezeichnet. Die ekstatische Beziehung zwischen der Zirbeldrüse, der Hypophyse und den Brauen ist wahrscheinlich die am meisten übliche esoterische Kennzeichnung. Die Medulla wird auch oft als Teil (oder ganzes) drittes Auge bezeichnet. Das ist ein ziemlich verschwommenes Yoga, weil die Gleichsetzung von physischen Gegenstücken mit der spirituellen Neuro-Biologie nicht exakt ist.

Dagegen gibt es bei der Erfahrung des ekstatisch erweckten dritten Auges nichts Verschwommenes. Geschieht dies, besteht kein Zweifel darüber, was es ist, oder wo es sich im Inneren befindet. Es ist nur etwas schwierig es mit physischen Ausdrücken zu beschreiben.

Die Erweckung des dritten Auges ist eine Erweckung des gesamten Wirbelsäulennervs – den ganzen Weg hinunter zur Wurzel. Wie in der vorhergehenden Lektion zum Mantra-Design erwähnt, weckt das erwachende dritte Auge zugleich die Krone. Das erwachende dritte Auge erweckt also das gesamte Nervensystem ekstatisch. Deshalb bedeutet das Sanskrit-Wort für das dritte Auge „Ajna“, „Befehl“ oder „Kontrolle“.

Frage: Heißt dies also, dass es genauso gut ist, seine Aufmerksamkeit auf die Medulla zu richten, wo Du sagst „Aufmerksamkeit zwischen den Augen“?

Antwort: Nein, die Augen gehen zum Punkt zwischen den Augenbrauen (sanft favorisierend), mit einem leichten Runzeln der Stirn in der Mitte. Dies ist eine physische Stellung der Augen zur Erzeugung eines besonderen stimulierenden Effekts im Gehirn, der sofort den ganzen Weg den Wirbelsäulennerv hinunter bis zur Wurzel reicht. Gleichzeitig geht unsere Aufmerksamkeit bei unserer Übung mit der Wirbelsäulenatmung die Sushumna nach oben und unten. Siehe die Lektion 131 – „Koordinierung von Sambhavi und Wirbelsäulenatmung“ für eine detaillierte Diskussion dieser Trennung der physischen Augen von der Aufmerksamkeit.

Es gibt keine Anweisungen irgendwo in den Lektionen, dass wir den Fokus unserer Aufmerksamkeit auf die Medulla Oblongata richten sollten. Die Medulla ist eine „Durchgangsstation“ während der Wirbelsäulenatmung und wird ebenso durch den Widerhall-Effekt des Mantras in tiefer Meditation stimuliert, ohne dass man das Mantra absichtlich darauf fokussiert. Die Medulla wird also ständig stimuliert, jedoch nicht durch einen ständigen Fokus der Aufmerksamkeit darauf während der Übungen. Die Medulla ist Teil eines größeren Ganzen, des erwachenden Nervensystems und das ist der Grund dafür, dass es in der Art behandelt wird, wie dies in den Übungen der Fall ist.

Wir haben die verschiedenen Arten erörtert, wie das dritte Auge in Beziehung zum physischen Körper bezeichnet wird. Keine bestimmten Techniken sind mit dieser Etikettierung verbunden. Die Lektionen selbst gehen sehr genau auf die Techniken ein. Verzeih mir alle Verwirrung, die diesbezüglich entsteht.

Der Guru ist in Dir.

 

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