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Lektion 200 – F&A – Eine sensibel Meditierende – Fortsetzung

Autor: Yogani
26. Mai 2004

    
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.

Anmerkung: Dies ist eine Fortsetzung des Dialogs mit derselben Person, die in Lektion 160: „F&A – Extreme Sensibilität bezüglich der Meditation – was kann man tun?“ Schwierigkeiten hatte. Diese Reihe von Fragen und Antworten ist ein gutes Beispiel für vorsichtige Selbstabstimmung in der Meditation und nachfolgendes Weitergehen zur Wirbelsäulenatmung zur Stabilisierung einiger Kundalini Symptome.

Frage: Meine Frau hatte mit Meditation begonnen, doch scheint sie sehr sensibel darauf zu reagieren, deshalb macht sie die tiefe Meditation nur ungefähr 15 Minuten zweimal am Tag. Die Träume und alles, was sie immer nach der Meditation hatte, sind jetzt weg. Vor einigen Tagen begann sie kleine erdnussgroße Hautausschläge auf ihrem Bauch, ihren Oberarmen, ihrem Rücken und Brust zu haben. Sie sind rot, schmerzen und jucken nicht und vergehen nach ein paar Tagen. Außerdem wird sie seit dem Tag vor diesen Hautausschlägen während der Meditation sexuell sehr erregt.

Sie hat seit den letzen eineinhalb Monaten nur die I AM [AYÄM] Meditation gemacht und ich habe ihr geraten, auch die Wirbelsäulenatmung zu machen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Hautausschläge nicht einige Blockierungen sind, die herauskommen. Wir werden auch einen Arzt aufsuchen. Doch ich dachte, ich sollte dich sicherheitshalber auch fragen, weil Du vielleicht etwas Aufklärung geben kannst, falls sie auf irgendeine Weise mit dem Reinigungsprozess zusammenhängen.

Antwort: Ich bin froh, dass Deine und Deiner Frau ängstigenden Träume verschwunden sind. Das weist darauf hin, dass einiges an Reinigung abgelaufen und ein gewisses Gleichgewicht in diesem Prozess erreicht worden ist. In der Selbstabstimmung habt ihr gute Arbeit geleistet!

Mehr Reinigung ist möglicherweise das, was nun mit den Hautausschlägen – die mit den ersten Stufen der Kundalini-Erweckung zusammenhängen können – passiert. Es ist erstaunlich, dass sie all das mit nur 15 Minuten Meditation hat. Sie muss eine Yogini aus alten Zeiten sein, die nun einige alte Ungleichgewichte tief in ihrem Nervensystem klärt. Diese können latent im Inneren vorhanden sein und von extremem Yoga in der fernen Vergangenheit herrühren. Gehen die Hautausschläge in ein paar Tagen oder Wochen weg, kannst Du daraus schließen, dass es mit dem Yoga zusammenhängt. Das Suchen von medizinischem Rat wäre weise, falls die Hautausschläge schlimmer werden. Werden Medikamente verabreicht, kann das aber den Yoga-Prozess stören. Mach das also nur, wenn es wirklich nötig ist.

Auch die sexuellen Symptome können als Teil der Reinigung und Erweckung des Nervensystems auftreten. Das wird sich ebenfalls mit der Zeit ausgleichen. Es kommt selten vor, dass Episoden von extremer Erregung während der Übungen lange anhalten. Andererseits spielt die sexuelle Energie eine wichtige Rolle im Prozess der menschlichen spirituellen Transformation. Deshalb wird immer irgendetwas mit der sich von der Wurzel nach oben ins Nervensystem bewegenden Sexualität los sein, sobald die ekstatische Leitfähigkeit (Kundalini) dauerhaft erweckt ist. Solltest Du und Deine Frau das noch nicht getan haben, könnte es von Vorteil sein, die Tantra-Lektionen durchzusehen, so dass die Sexualität und sexuelle Beziehung im yogischen Kontext gesehen werden können. Du findest sie in der Linkreihe oben.

Die Wirbelsäulenatmung bietet die Möglichkeit, all diese Dinge schneller und progressiver auszugleichen. Kundalini Symptome (was diese Dinge möglicherweise sind) werden gewöhnlicher Weise von nach oben ins Nervensystem kommender Shakti Energie verursacht, wenn nicht genügend Ausgleich durch herunterkommende Shiva-Energie da ist. Die Wirbelsäulenatmung kann dies korrigieren und der Fortschritt kann mit sehr viel geringerer Wahrscheinlichkeit von unkontrollierbaren Kundalini Symptomen sehr schnell sein. Versuche es vielleicht für einige Tage mit 5 Minuten Wirbelsäulenatmung vor der Meditation und sieh, wie sich das entwickelt. Hilft es nicht oder verschlimmert es sogar die Symptome, dann nimm es wieder zurück. Wenn es hilft, dann halte es für einige Wochen in Deiner Übung stabil und ziehe danach in Betracht, zu 10 Minuten Wirbelsäulenatmung überzugehen.

Hautausschläge können auch von Pitta (inneres Feuer)-Ungleichgewichten, die durch die Kundalini-Erweckung verstärkt werden, herrühren. Man kann dies auch als übermäßige Hitze oder Säureempfindung in der Verdauung oder irgendwo anders im Körper erleben. Dabei kann Ayurveda (das indische Medizinsystem) helfen. Eine „Pitta-besänftigende Diät“ mit einer Pitta besänftigenden Routine ist eine der ersten Dinge, auf die man sehen sollte. Wenn Du im Web danach suchst, wirst Du dazu viele Informationen finden.

Hier ein Link zur Pitta-beruhigenden Diät:

http://www.ayurveda-littoral.at/Speiseplan_Ayurveda.htm

Über Diät und Routine hinaus kann ein ayurvedischer Arzt Hinweise zu zusätzlichen Heilmitteln geben. Auf jeden Fall stehen die Chancen gut, dass die Symptome Deiner Frau ganz natürlich vergehen, sobald ihre Energien ins Gleichgewicht kommen und sie im Yoga-Prozess weiterkommt. Auch dann ist es aber immer noch gut, der körperlichen Konstitution Rechnung zu tragen und sie nicht durch ungeeignete Ernährung oder Routinen zu belasten. Vielleicht hält man sich einmal für eine Weile mit den gewürzten Speisen zurück.

Mit vorsichtiger Anwendung von Übungen und guter Selbstabstimmung bin ich sicher, dass Geschmeidigkeit und stetiger glückseliger Fortschritt erreicht werden können. Gut Dinge sind im Gange.

Frage: Meine Frau hat mit der Wirbelsäulenatmung begonnen und die Hautausschläge haben vom ersten Tag an abgenommen. Inzwischen sind sie fast völlig verschwunden. Es ist verblüffend, wie die Übungen ineinander spielen. Danke für Deinen Ratschlag.

Eine weitere erstaunliche Sache ist, dass sich die Sehschärfe meiner Frau seit dem Beginn mit der Meditation verbessert hat. Sie braucht jetzt Linsen mit 2,5 statt 2,75 und sie musste sie ändern. Ich kann mir das nicht anders erklären, als dass dieser Vorfall und die Übungen etwas miteinander zu tun haben. Hilft die Meditation bei der Behebung von physischen Problemen über die Reinigung des Nervensystems hinaus? Auf diese Antwort bin ich neugierig!

Antwort: Das sind großartige Neuigkeiten zur Wirbelsäulenatmung Deiner Frau und den verschwindenden Hautausschlägen. Dies ist eine wundervolle Übung mit vielen langfristigen Vorteilen und auch eine der effektivsten Mittel zum Ausgleich der inneren Energien, die es gibt. Es ist der perfekte Gefährte für die tiefe Meditation. Und diese beiden Übungen zusammen bilden eine ausgezeichnete Grundlage für die weitere Verbesserung der Yoga Übungen, damit wir schnell und behaglich auf der Straße zur Erleuchtung befördert werden.

Es ist nicht üblich, dass Yoga Übungen plötzlich äußere physische Verrenkungen, so wie die Korrektur der Sehstärke, rückgängig machen. Aus diesem Grund wird Yoga nicht als ein Sofortallheilmittel für alles, was schmerzt, präsentiert. Wir üben Yoga für die Erleuchtung und die perfekte physische Gesundheit ist nicht immer eine Voraussetzung dafür, obwohl sich unser allgemeiner Gesundheitszustand sicherlich tendenziös verbessern wird, wenn unser Nervensystem gereinigt wird. Es besteht kein Zweifel, dass es manchmal zu plötzlichen Heilungen kommt. Ist Yoga die Ursache dafür? Es könnte sein, wenn die Beschwerden mit Blockierungen zusammenhängen, die tief in unserem Nervensystem aufgelöst werden, sobald Yoga greift.

Ob wir physisch geheilt werden oder nicht, auf jeden Fall können wir sicher sein, dass wir durch Yoga spirituell geheilt werden und dies kultiviert in uns eine tiefe Empfindung des Wohlbefindens, das vom Zustand unseres Körpers unabhängig ist. Innere Harmonie wird immer zu äußerer Harmonie, doch nicht immer auf dem Weg, wie wir das erwarten mögen. Mit der Zeit entwickeln wir eine innere Perspektive auf die Dinge, die uns dazu befähigt, mit allem fertig zu werden, was in unserem Körper oder um ihn herum vor sich gehen mag – oft sogar mit einem Lachen. Das ist Befreiung.

Der Guru ist in Dir.

 

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