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Lektion 47 – Pranayama F&A – Chakren?
Autor: Yogani
15. Dezember 2003
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen,
am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die
Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation -
Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.
Frage: Ich habe davon gehört, wie wichtig die
Chakren sind, wenn man spirituelle Übungen macht. Was ist das und
welche Rolle spielen sie in diesen Lektionen?
Antwort: Chakren, auch als spirituelle Energiezentren bekannt,
sind Bestandteile unserer inneren energetischen Anatomie und haben
etwas mit verschiedenen Erscheinungen unseres Nervensystems zu tun.
Ihre Funktion ist für uns lebenswichtig, durch sie wird Bewusstsein in
der Form von Prana in uns reguliert. In der Philosophie der
östlichen Religionen spielen sie eine wichtige Rolle. Sie treten aber auch
im Christentum, z.B. im Buch der Offenbarungen, in Erscheinung.
Wie wichtig sind Chakren in den fortgeschrittenen Yoga-Übungen? Sie
sind wichtig, doch nicht in dem Sinne, dass man sie intellektuell
verstehen muss, um das Höchstmaß an spirituellem Fortschritt
erzielen zu können.
Denk einmal an dein Auto. Wenn du am Morgen einsteigst, ist da nur
wenig zu tun, um den Wagen in Bewegung zu
setzen. Du drehst den Zündschlüssel um, legst den Gang ein, trittst auf
das Gaspedal und fährst los. Dann musst du lenken, auf die Bremse
treten, u.s.w. Autofahren ist etwas, was die meisten von uns
ziemlich gut beherrschen. Stell dir aber mal vor, man müsste beim
Autofahren alles verstehen und regeln, was im Augenblick unter der
Motorhaube abläuft, damit das Auto fährt. Nimm an, wir müssten das
Benzin vom Tank in den Motor pumpen, die Kerzen rechtzeitig zünden,
die Kolben beim Heben und Senken überwachen und das Drehmoment der
Kurbelwelle sowie die Übersetzung auf die Räder verfolgen. Nehmen wir
noch an, dass wir gleichzeitig noch alles überwachen müssten, was im
Kühlsystem des Motors, im Schmiersystem, im Belüftungssystem,
elektrischen System, usw. abläuft. Könnten wir in so einem Fall den
Wagen fahren? Wahrscheinlich nicht. Wir können so leicht mit dem Auto
fahren, weil wir wissen, wie wir die Hauptschalthebel bedienen müssen.
Der ganze Rest läuft automatisch unter der Motorhaube ab und wir brauchen
nicht einmal daran zu denken. Das Auto wurde so konstruiert, dass man
damit leicht fahren kann, auch wenn die Technologie im Inneren komplex
ist.
Genauso ist das auch mit den fortgeschrittenen Yoga-Übungen.
Spirituell gesehen, wurden auch wir so erschaffen, dass wir mit uns
leicht fahren können. Wir benutzen die Hauptbedienelemente und der
ganze Rest läuft automatisch ab. Wir müssen uns nicht um jedes Detail
kümmern. Die meiste Zeit bleiben die Abläufe in den
Chakren „unter der Kühlerhaube“ vorborgen. Wir alle neigen dazu, uns
auch für die Einzelheiten der Dinge zu interessieren. Wir sind eine neugierige
Gattung und wollen wissen, wie die Dinge funktionieren. Wir lieben
es herumzubasteln. Das ist in Ordnung, hat aber nicht viel mit dem
effektiven Ausüben von spirituellen Techniken zu tun, d.h., ein Auto
zu fahren. Bei diesen Lektionen geht es vor allem auf das Fahren des
Autos, nicht um die Analyse der maschinellen Abläufe unter der
Motorhaube.
Da dies nun gesagt ist, wollen wir dennoch einen kurzen Blick darauf werfen,
wie die bisher behandelten Hauptbedienelemente die Chakren beeinflussen.
In der Meditation beruhigen wir auf schnellem Weg die ganze innere
Maschinerie und gehen geradewegs zur Quelle, der Stille reinen
Glückseligkeitsbewusstseins. Deshalb hat die
Meditation auf die Chakren den Effekt der Beruhigung. In der
Meditation kommt es – entsprechend dem individuellen Muster von
Blockierungen – zur
Reinigung im Nervensystem. Die Chakren sind darin mit einbezogen,
aber nicht auf eine vorhersehbare Weise. Die Reinigung verläuft auf
dem notwendigen Weg und wir brauchen nur der einfachen
Vorgehensweise der Meditation folgen.
Beim Pranayama spüren wir mit dem Atem dem Inneren des
Wirbelsäulennervs nach unten und oben nach. Der Wirbelsäulennerv oder
die Sushumna ist die Hauptschnellstraße im Nervensystem. Jeder andere
Nerv wird durch das beeinflusst, was im Wirbelsäulennerv geschieht. Es
ist der Hauptnerv für die vielen tausend Nerven in unserem Körper. Die
Chakren sind in unserem Wirbelsäulennerv verwurzelt und sind auf ihm
von oben bis unten verteilt. Wenn wir also nach oben und unten
wandern, den Wirbelsäulennerv reinigen und den Prana-Fluss in unserem
Nervensystem erhöhen, reinigen und beleben wir gleichzeitig die
Chakren. Das vollzieht sich automatisch.
Im weiteren Verlauf unserer Fortgeschrittenen Yoga-Übungen steigern wir
die Stimulierung des Wirbelsäulennervs noch auf besondere Weise.
Dadurch nehmen wir auch Einfluss auf die Chakren. Dies geschieht
sowohl durch physisch als auch mental ausgerichtete
Übungen. Wir erörtern die Rolle der Chakren als Teil unserer Übungen nicht. Aber wir werden sie dennoch gewaltig beeinflussen, indem wir
die zentralen Steuerhebel betätigen. Wir erwähnen in den Lektionen das eine oder andere Chakra
vielleicht ab und zu bei Gelegenheit der Bestrechung der
verschiedenen Erfahrungen, die sich einstellen können. Eine zu große
Fixierung auf die Chakren kann jedoch von den spirituellen Übungen
ablenken – genauso wie zu viel Nachgrübeln über den Automotor
vom Fahren ablenken kann.
Wir beziehen die Chakren in der Meditation und im
Pranayama bereits ausgiebig ein. Das findet alles automatisch unter der Motorhaube statt.
Sieh das also ganz locker und erfreue dich an der Reise.
Der Guru ist in dir.
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