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Lektion 48 – Pranayama F&A – Pranayama und Gesundheit
Autor: Yogani
16. Dezember 2003
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen,
am Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die
Meditationstechnik wird in Lektion 13 "Meditation -
Wecken der ruhenden Saat" eingeführt.
Frage: Hat das Ausüben von Pranayama konkrete positive
Auswirkungen auf die Gesundheit? Es scheint so, als sei dies der Fall.
Antwort: Ja. Genauso wie die Meditation unterstützt auch
Pranayama die Reinigung des Nervensystems. Da es sich um einen
physischen Prozess handelt, hat das auch unmittelbare Auswirkungen auf
den Körper, die wir leicht wahrnehmen können, sobald wir mit unseren
Übungen Fortschritte machen. Es hat positive Auswirkungen auf die
Lungen, das Gehirn, das Verdauungssystem, das Herz und die
Zeugungsorgane, um nur einige wenige zu nennen. Auch der Geist und die
Gefühlswelt werden stabilisiert. Wenn mehr und mehr Prana in den Körper
fließt, strahlt eine glänzende, spürbare Energie von der Haut aus und
erzeugt eine „Aura“ von Gesundheit und Kraft, die auch auf andere
wohltuend wirken kann.
Aber all das kommt nicht über Nacht oder von unregelmäßigen
Pranayama-Übungen. Es kommt auch nicht von Intensivphasen, wo man Tage
und Wochen nicht übt und dann impulsiv und übermäßig Pranayama
praktiziert, um zu versuchen mit einem Satz einen großen Schritt nach vorne
zu machen. So funktioniert das nicht. In dieser Beziehung ist Pranayama
gerade so wie jede andere körperliche Ertüchtigung. Ein wenig Übung
zweimal am Tag ist viel wertvoller als eine Menge an Übung in einem
Abstand von Tagen und Wochen. Letzteres kann überhaupt nicht
Körperertüchtigung genannt werden und ist unter Umständen gefährlich für
die Gesundheit.
Wenn du dich dazu entschließt, ein Langstreckenläufer zu werden, würdest
du es so angehen, dass du dich einmal die Woche, oder wann immer du Lust
dazu hast, damit beschäftigst, um dann aus dem Stand gleich fünf
oder zehn Meilen zu laufen? Würdest du so verfahren, wäre deine
Läuferkarriere wohl nur von kurzer Dauer. Die besten Erfolgschancen
hättest du, würdest du mit kurzen Distanzen beginnend täglich laufen, um
dich langsam, über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu deiner
Zieldistanz hochzuarbeiten. Fortschritte in sportlichen Disziplinen
erfordern regelmäßiges, maßvolles Üben. So trainieren wirkliche
Athleten.
Spirituelles Üben ist in dem Sinne vergleichbar mit Leichtathletik, weil wir auch
langsam
unseren Körper und unser Nervensystem dahin trainieren, ein sehr
viel größeres Maß an reinem Glückseligkeitsbewusstsein durchleiten und
ausstrahlen zu können. Das ist ein großes Unterfangen, das nur durch
viele kleine, tägliche Schritte über einen lange Zeitraum erreicht
werden kann. Der Nutzen aus dieser Vorgehensweise ist kumulativ und
spürbar entlang des Weges. Die Fortgeschrittenen Yoga-Übungen fördern
die Reinigung und Ausgeglichenheit tief im Nervensystem und einige der
Ergebnisse sind auch fast unmittelbar nach Aufnahme der Übung spürbar.
Einer der leicht erkennbaren Vorteile ist die Verbesserung der
Gesundheit. Deshalb kann man sagen: ja, Pranayama verstärkt den Trend zu
guter Gesundheit, den wir bereits mit dem Beginn der Meditation
eingeleitet haben.
Es sei jedoch betont, dass Pranayama keine Wunderkur ist, welche die
Folgen jahrelangen, ungesunden Lebens augenblicklich ausräumen wird.
Tatsächlich mag es sogar unmöglich sein, gleich mit Pranayama zu
beginnen, wenn eine unausgeglichene Lebensweise deine Gesundheit
ernsthaft beeinträchtigt hat. Ein bestimmtes Gesundheitsniveau ist
notwendig, besonders im Atmungssystem, damit man Pranayama ausüben kann.
Wir sollten im Pranayama niemals über unsere physischen Fähigkeiten
hinausgehen. Unser Übungsniveau sollte auf der Ebene unserer Fähigkeiten
liegen. Sind wir schwach, sollte auch das Pranayama nur auf minimaler
Stufe oder überhaupt nicht geübt werden. Sind wir gesund und
stark, können wir mehr tun. Prüfe immer sorgfältig, bevor du dich
daranmachst, mit einer Pranayama-Stufe zu beginnen. Meditation kann von
fast jedem unabhängig vom Gesundheitszustand geübt werden, ohne dass
dadurch der Körper zusätzlich belastet wird. Bei Pranayama ist das
anders. Hier muss ein minimales Gesundheitsniveau vorhanden sein, damit
es sicher und effektiv praktiziert werden kann. Bedenke das und passe
immer deine Pranayama-Übung an deinen jeweiligen physischen Zustand an,
so dass du deinen Körper nicht übermäßig belastest. Während z.B.
Meditation bei einer Krankheit hilfreich sein kann, ist das bei
Pranayama nicht der Fall, insbesondere falls die Krankheit das
Atmungssystem betrifft. Wenn die Lungen schmerzen, dann strapaziere sie
nicht. Wir würden auch nicht hinausgehen und einen Kilometer rennen, wenn wir krank
wären.
Wenn du deinen guten, alten gesunden Menschenverstand mit in deine
Pranayama-Übung einbringst, ziehst du mehr Nutzen daraus - eine
verbesserte Gesundheit eingeschlossen.
Der Guru ist in dir.
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