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Lektion T27 – F&A – Die Suche nach
unendlicher Intimität
Autor: Yogani
21. April 2004
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am
Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in
Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat"
eingeführt.
Frage: So oft habe ich das Gefühl, dass, was immer ich für sexuelle
oder tantrische Praktiken versuche, ich werde in diesem Körper niemals
völlig Eins mit meinem Partner sein – niemals werde ich unendliche
Intimität finden. Es scheint, dass, wenn ich in die Augen meines Partners
blicke, ich niemals genau weiß, was sie denken oder fühlen. Ich kann nicht
genau sagen warum, doch dies ist manchmal ein sehr deprimierender Gedanke
für mich. Manchmal brenne ich deswegen mit Leidenschaft, als ob ich
versuchte über die letzte Hürde, die zu hoch ist, um überhaupt darüber zu
sehen, zu springen. Doch das scheint eine nutzlose/unmögliche Leidenschaft
zu sein. Ist das ein fehl gelenktes Gefühl? Interpretiere ich mein
Unterbewusstsein oder den Willen Gottes falsch?
Bisher hatte ich noch nicht die Gelegenheit tantrische Praktiken mit einem
Partner auszuprobieren. Doch es scheint, wie göttlich die Gefühle auch
immer sein mögen, als könnten sie nie den Graben zwischen den
Persönlichkeiten überspringen, den ich als ein erhebliches Hindernis
empfinde. Es muss keine Lösung sein, die mit Sex zu tun hat. Allerdings
scheint mir Sex der Versuch zu sein, der am intimsten sein kann.
Vielleicht sollte ich eine Art von Hellsichtigkeit üben? Ich bin mir da
nicht wirklich sicher. Jede Art von Gedanken und Worten des Ratschlags,
wie man diese Kluft in der körperlichen Liebe oder auch anderweitig
überwinden kann, sind von wert.
Antwort: Wahre Vereinigung geht über das Denken, Fühlen und
Hellsichtigkeit, etc. hinaus. Sie liegt jenseits der Idee des „anderen“.
Dies ist ein Paradox: Der beste Weg zur wahren Vereinigung mit einer
anderen Person zu finden, geht über das Finden der Vereinigung in uns
selbst. Dann können keine persönlichen Vorstellungen mehr
dazwischenkommen. Dann ist es nur noch das Selbst in dem einem das dem
Selbst im anderen dient. Unendliche Intimität ist ein 100%iger Dienst am
anderen, ohne zu erwarten, irgendetwas zurück zu bekommen. Unendliche
Intimität ist nicht etwas, das man sich besorgen kann oder in das man
stolpert. Man erlangt es durch ein gehen lassen, indem man sich ergibt und
alles gibt. Doch mehr als das – setzt es eine Transformation im
Funktionieren unseres Nervensystems auf der fundamentalsten Ebene voraus.
Dies kann durch Yoga erreicht werden.
Dein Verlangen nach Vereinigung ist etwas Gutes. Die Frustration kommt von
daher, dass man das Verlangen nach etwas, nach außen richtet, anstatt es
nach innen gehen zu lassen. Sogar das Blicken in jemands anderen Augen ist
etwas nach außen Gehendes – außer wir blicken vom Standpunkt des inneren
stillen Glückseligkeitsbewusstseins, das wir durch die Meditation
kultiviert haben. Nutzt Du Dein Verlangen in der Art von Bhakti und
motivierst Dich damit, die spirituellen Übungen auszuführen, dann wirst Du
finden, wonach Du suchst – sowohl in Dir selbst als auch in Deinem
Liebhaber.
Die einzig wahre unendliche Intimität kann nur in unserer Erleuchtung
gefunden werden. Es ist eine innere Angelegenheit in jedem von uns – die
göttliche Vereinigung unserer inneren Polaritäten. Auf diese Weise
gelangen wir dorthin. Schlafen wir dann mit jemandem, werden wir zum
Lieben und die Frage, wie man irgendwohin gelangt oder über ein Hindernis
springt, stellt sich nicht mehr. Das schmilzt alles hinweg, da wir zur
Liebkosung werden. Durch die Ausführung unserer Übungen werden wir dazu.
Im Yoga übersteigen oder überwinden wir unsere Hindernisse nicht. Wir
lösen sie auf, damit das darin befindliche innere Licht durchscheinen
kann. Dies ist das Geheimnis. Alles wird durch dieses einfache Prinzip und
die Übungen, welche diese Wirklichkeit in unserem Nervensystem anregen,
verändert.
Wir schlagen also vor, dass Du Dein Verlangen so umlenkst, dass es zu
einem Streben nach Entfaltung Deiner inneren Wahrheit wird. Dann werden
die Dinge ins Rollen kommen. Du musst bereit sein zu handeln – bereit,
deine Übungen täglich auszuführen. Mit täglichen Übungen wird sich Deine
Erfahrung des Lebens auf unglaublichen Wegen ausdehnen und ebenfalls Deine
Art zu lieben.
Der Guru ist in Dir.
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