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Lektion T40 – Amaroli – Einige
interessante Beobachtungen
Autor: Yogani
3. März 2005
Für neue Mitglieder: Es wird empfohlen, am
Anfang des Archivs oder bei der Erklärung der Meditationstechnik zu
beginnen, da die Kenntnis vorheriger Lektionen Voraussetzung für das
Verständnis dieser Lektion ist. Die erste Lektion ist die
Lektion 10 „Warum diese Erörterung?". Die Meditationstechnik wird in
Lektion 13 "Meditation - Wecken der ruhenden Saat"
eingeführt.
Frage 1: Ich bin froh, dass Du die Sachen über Amaroli (Urintherapie)
im FYÜ-Buch gebracht hast [gemeint sind ist „Fortgeschrittene Yoga Übungen
– Einfache Lektionen für ein ekstatisches Leben“ (Erscheinung
möglicherweise 2012) das eine Erweiterungen mit ausführlicher Erklärung zu
Amaroli aufweist]. Ohne das, wäre ich vielleicht niemals darauf gekommen.
Ich wollte nur vorschlagen, dass Du in späteren Auflagen (falls Du diese
vorhast) das alles besser herausstellst.
Zum Thema Stigma: Gott sei Dank gehen die meisten Menschen, die Dein Buch
lesen, weit über eine Grundschul-Mentalität bezüglich des Körpers hinaus.
Es ist von Wert, wenn man anerkennt, dass einige Leute gegen ihren
Instinkt arbeiten müssen, wenn sie von Amaroli profitieren wollen, aber
das war es schon.
Ich bin in meinem Fall über die Wirkungen von Amaroli erstaunt. Ich wusste
nicht, dass es so effektiv ist.
Für den Fall, dass Du wissenschaftlich neugierig bist, habe ich einige
Beobachtungen und einige Vermutungen zu Amaroli.
Meine Hauptvermutung ist, dass der Hauptweg der Wirkung (oder zumindest
die erste Wirkungsweise) nicht tatsächlich „ernährungsmäßig“ im normalen
Sinne ist (die Wirkungsweise erwächst nicht daraus, dass es
Körperchemikalien auf ein gutes Versorgungsniveau bringt), es wirkt
vielmehr wie ein Katalysator (es initiiert einen Prozess im Körper). Der
Grund, warum ich glaube, dass da eine grundlegende Wirkung vorhanden ist,
die nicht auf Nährstoffe basiert, ist die Beobachtung, dass eine sehr
kleine Menge (von dem, was der Körper bereits ausgeschieden hat) genug
ist, einen tief greifenden Prozess anzuschieben. Dies scheint der
Vorstellung zu widersprechen, dass Veränderungen hervorgebracht werden,
indem die Versorgungsniveaus des Körpers verändert werden.
Der katalytische Effekt könnte „hormetisch“ sein (Du hast dies in Deinem
Buch bereits selbst vorgeschlagen, doch unter Benutzung eines anderen
Wortes). Möglicherweise starten Toxine im Urin den Prozess.
Ich fand heraus, dass ein Teelöffel voll am Tag für mich zu dieser Zeit
wirklich viel zu viel ist (diese Menge führt dazu, dass ich mich ziemlich
fieberhaft fühle und ich dann die meiste Zeit des Tages im Bett verbringen
will). Ich kann nur ein paar Tropfen zu mir nehmen. Auch auf dieser Ebene
ist der Effekt tiefgehend und ich beschäftige mich erst seit ungefähr drei
Wochen damit. Ich fühle mich stärker sowohl psychisch wie auch physisch.
Ich fühle keine Neigung mich für länger niederzusetzen; Stehen ist gut,
wenn man länger steht; mein Gesichtssinn scheint höher aufzulösen; meine
Stimmung ist besser. Meine Meditation ist ruhiger und stärker. Ich wache
weniger müde auf und ich bin in der Regel energetischer. Ich konzentriere
mich längere Zeit and ich sehne mich weniger danach, dass mein Arbeitstag
vorübergeht. Mich verlangt auch weniger nach Schokolade – in der Tat
ignoriere ich sie sogar mehr oder weniger. Ich finde mich auch weniger
häufig in einer Stimmung des Bedauerns.
Da mein Körper einige wenige Tropfen in einigen Minuten eliminiert, kann
es nicht darin liegen, dass dies eine Wirkung der veränderten
Ernährungsweise ist. Irgendein tief gehender Effekt beginnt zu greifen,
wenn man Amaroli anwendet.
Hast Du irgendwelche Gedanken oder Kommentare dazu?
Antwort 1: Ja, ich bin sehr an einer wissenschaftlichen Bewertung
von Ursache-Wirkungs-Beziehungen aller Yoga-Übungen, Amaroli
eingeschlossen, interessiert. Darum geht es bei FYÜ: einen Ausgleich
herzustellen zwischen uraltem Wissen und gegenwärtigen Anwendungen und der
Einführung von geeigneten Korrekturen in den Übungen, die den effektivsten
(und sichersten) Fortschritt gewährleisten sollen. FYÜ ist nicht das Ding
einer Person. Der Input hunderter Übender hat es enorm bereichert. Danke
also sehr für Deine Beobachtungen zu Amaroli.
Ich habe über einen längeren Zeitraum dasselbe zu Amaroli festgestellt.
Obwohl die alten Schriften (besonders das Damar Tantra) „eine Tasse am
Tag“ verlangen, habe ich bemerkt, dass weniger mehr sein kann, genauso wie
Du das beobachtet hast. Die Nutzung von Selbst-Abstimmung beim Erhöhen und
Vermindern der Dosis ist der Schlüssel – flexibel bleiben bei der
Anwendung von Amaroli. Manchmal will der Körper mehr und manchmal weniger.
Wir können das messen, indem wir darauf achten, wie wir uns fühlen –
genauso wie Du es gemacht hast. Obwohl es wichtig ist, eine tägliche
Gewohnheit zu haben, auf die wir uns beziehen können, scheint Amaroli
öfter Anpassungen zu fordern, als das bei anderen Yoga-Techniken der Fall
ist. Vielleicht weil man die Auswirkungen ziemlich schnell spürt.
Übertreiben wir es, merken wir das gewöhnlich ziemlich schnell. Nehmen wir
zu wenig, wird unser Körper bald nach mehr verlangen. Die Ausführung von
anderen Yoga-Übungen (Meditation, Pranayama der Wirbelsäulenatmung, etc.)
wird unsere Sensitivität in Bezug auf Amaroli erhöhen. Die
Mengenbeschränkung aufgrund von Selbstabstimmung bei gleichzeitig
anwachsenden Ergebnissen, unterstützt die Hypothese der homöopathischen
Wirkung von Amaroli. Weniger kann mehr sein. Dies ist eine gute Nachricht
für Anfänger, natürlich – man muss nicht viel zu sich nehmen, um in den
Genuss einiger guter Wirkungen von Amaroli zu gelangen.
Zwischen Amaroli und anderen Yoga-Übungen, d.h. bezüglich des Aufkommens
innerer Stille und ekstatischer Leitfähigkeit gibt es eine beachtenswerte
Synergie. Deshalb ist die Integration der Übungen untereinander ein
wichtiges Element. Vielleicht hast Du das bei Deinen Erfahrungen ebenso
festgestellt. Genauso wie Mudras und Bandhas für die spirituelle
Entwicklung nicht besonders nützlich (und manchmal sogar gefährlich) sind,
wenn man sich nicht zuvor an tiefe Meditation und Wirbelsäulenatmung
gewöhnt, so ist auch Amaroli auf spirituellem Gebiet nicht so effektiv,
wenn die anderen Übungen nicht dazukommen. Es scheint, dass keine
Yoga-Übung ganz alleine im allgemeinen Schema der menschlichen
spirituellen Transformation stehen kann. Das macht von daher Sinn, dass
das Nervensystem eine integrierte Wesenheit ist – ein Ganzes mit vielen
miteinander verknüpften Teilen. Yoga in seiner Vielfalt von Ansätzen
spiegelt das wieder.
Jedenfalls ist es eine interessante Beobachtung von Dir, dass Amaroli
möglicherweise ein Katalysator wie auch ein chemischer Ersatz im Körper
ist. Das macht Sinn. Mit Selbstabstimmung kann jeder damit seinen
Ausgleich finden. Ich hoffe dass wir von Praktizierenden dazu mehr
Feedback erhalten werden.
Es ist auf jeden Fall eine interessante Perspektive, die Du geboten hast.
Danke sehr!
Frage 2: Danke für Deine Antwort. Ich schätze den Hinweis darauf,
was langfristig zu erwarten ist.
Eine Anmerkung zu „Hormesis“ versus „Homöopathie“: Ich sage nicht
Homöopathie, weil Homöopathie ein bisschen etwas anderes ist, obwohl die
Leute in einem lockeren Sinne „homöopathisch“ zu sagen pflegen, wenn „hormetisch“
korrekter wäre. Hormesis ist das Phänomen einer positiven Reaktion des
Körpers auf eine kleine (aber reale) Dosis eines Giftes. Eine bestimmte
Menge des Giftes muss da sein und, wenn die beginnt zu gering zu werden,
wird Hormesis schließlich ineffektiv. Das ist, was man erwartet und die
Graphen wissenschaftlicher Untersuchungen bekräftigen dies.
Bei homöopathischer Behandlung geht es um Dosen, die so klein sind, dass
in dem Gift kein Molekül mehr übrig ist. Hormesis auf der einen Seite ist
wissenschaftlich dokumentiertes (und im Labor wiederholbares) Phänomen;
darüber gibt es in der Wissenschaft keine Uneinigkeit. Homöopathie
andererseits wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert, weil die
Wirkungen in Doppelblindstudien nicht reproduzierbar sind.
Antwort 2: Danke für die Klarstellung bezüglich „Hormesis“ und
„Homöopathie“. Zusätzliches Feedback von anderen zu ihren Erfahrungen mit
Amaroli wird unser Verständnis weiter verbessern, wie es auf verschiedenen
Mengenebenen wirkt, besonders wenn man es mit fortgeschrittenen Yoga
Übungen kombiniert.
Während die Vorteile für die Gesundheit bekannter werden, müssen wir in
modernen Zeiten zu Amaroli noch Forschungsarbeiten leisten, wie sich die
genaue Beziehung zum Prozess der menschlichen spirituellen Transformation
darstellt. Ohne Zweifel werden wir darauf im Laufe der Zeit noch mit
größerer Genauigkeit eingehen. Es ist jedoch klar, dass Amaroli dem
Erleuchtungsprozess etwas Wichtiges hinzufügt, wie das viele aus Erfahrung
bestätigen können. Der Aspekt der Selbstabstimmung bei Amaroli ist eine
große Hilfe beim kontinuierlichen Vorwärts-Navigieren damit. Durch
Anwendung von Selbstabstimmung in Kombination mit unserem Bhakti
(göttliches Verlangen) um ein Mehr, wissen wir, was zu jeder Zeit die
richtige Menge für uns ist.
Der Guru ist in Dir.
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